Der Art Lovers Carver Arm Chair – Mackintoshs Entwurf wurde Wirklichkeit

Der Art Lovers Carver Arm Chair – Mackintoshs Entwurf wurde Wirklichkeit

The English version of my blog entry can be found below.

Als Charles Rennie Mackintosh Anfang 1900 in Kontakt mit der Wiener Secession trat, begann eine der fruchtbarsten und folgenreichsten kulturellen Verbindungen innerhalb der europäischen Jugendstilbewegung.
Die Begegnung mit Persönlichkeiten wie Josef Hoffmann, Koloman Moser und dem Mäzen Fritz Waerndorfer führte zu einem intensiven Austausch, der Mackintoshs Werk ebenso prägte wie das der Wiener Designer und ihrer Studenten. Die von Mackintosh und Margaret MacDonald entworfenen breiten Gesso-Paneele, die auf der achten Secessionsausstellung präsentiert wurden, beeinflussten auch Gustav Klimts Werk und fanden ihren Widerhall im Beethovenfries der vierzehnten Secessionsausstellung.

Im Sommer 1900 sandte Mackintosh u.a. Fotografien seiner eigenen Wohnung an den Maler Carl Moll, den Präsidenten der Wiener Secession. Diese wurden 1901, zusammen mit Ansichten von Mackintoshs Secessionszimmer, in der Secessionszeitschrift Ver Sacrum veröffentlicht und hinterliessen einen nachhaltigen Eindruck. Die präzise Beherrschung der Raumgestaltung, die Reduktion der Möbel und die konsequente Durchgestaltung von Architektur, Ausstattung und Ornamente waren für viele Wiener Gestalter neu. Mackintoshs Arbeiten galten als ausserordentlich modern und wirkten wie ein Katalysator: Zahlreiche Wiener Designer und Studierende sollten seine Entwürfe in den folgenden Jahren aufgreifen, variieren und weiterentwickeln.

In genau diesem Umfeld erfuhr Mackintosh während seines Wien-Besuchs (Oktober bis Dezember 1900) auch von einem Wettbewerb, der im Dezember 1900 in der deutschen Zeitschrift Innendekoration angekündigt wurde. Herausgegeben von Alexander Koch in Darmstadt, suchte der Wettbewerb Entwürfe für ein „Haus eines Kunstfreundes“. Einsendeschluss war der 25. März 1901.

House for an Art Lover, C.R. Mackintosh - gemeinfrei (via Wikimedia Commons)
Das Speisezimmer im 'Haus eines Kunstfreunds' - gemeinfrei (via Wikimedia Commons)

Mackintosh reichte seinen Entwurf für das „Haus eines Kunstfreundes“ ein, wurde jedoch zunächst disqualifiziert, da er nicht die geforderte Anzahl an Innenperspektiven abgegeben hatte.

Die Qualität seiner Zeichnungen in Verbindung mit der Modernität seiner Ansichten brachte Mackintosh jedoch einen Sonderpreis von 600 Mark ein – eine bemerkenswerte Würdigung, zumal kein erster Preis vergeben wurde.

Alexander Koch gab ausgewählte Wettbewerbsbeiträge als eigenständige Portfolios heraus. 1902 veröffentlichte er auch die Entwürfe Mackintoshs – inklusive der fertiggestellten Innenperspektiven –, die unter dem Titel Meister der Innenkunst erschienen und über seine Zeitschriften ein Publikum in ganz Europa sowie in den Vereinigten Staaten fanden.
Auf diese Weise wurde Mackintoshs visionäres Raum- und Möbelkonzept einem internationalen Publikum bekannt, obwohl das Haus selbst nie realisiert wurde.

Die Originalzeichnungen sollen 1944 verloren gegangen sein, als Alexander Kochs Verlag bei einem britischen Luftangriff zerstört wurde.

Besondere Aufmerksamkeit verdient das Speisezimmer des Hauses eines Kunstfreundes. Im Gegensatz zum opulenten Empfangsraum und Musikzimmer ist es dunkler, ruhiger und strenger gestaltet. Dunkle, getäfelte Wände und Möbel werden durch eine weisse Gewölbedecke, fünfzehn Gipsplatten und einen hellen Teppich ausbalanciert. Die Wände und Schränke sind mit schablonierten Paneelen versehen – ein zentrales Gestaltungsmittel Mackintoshs, das geometrische Strenge mit ornamentaler Feinheit verbindet.

Esszimmer in Charles Rennie Mackintoshs 'House For An Art Lover' (Alamy Stock Photo, Lizenz erworben)

Diese Schablonenmotive finden sich nicht nur in den Wänden und Einbaumöbeln, sondern auch in den Stühlen selbst wieder. Am Tisch sind lediglich zwei hohe Armlehnstühle dargestellt – die später als Art Lovers Carver Chairs bekannt wurden –, deren schlanke, sich verjüngende Rückenlehnen von Kopf bis Fuss durchlaufen. Diese Stühle, ebenso wie andere Möbel dieses Hauses, blieben viele Jahrzehnte reine Entwürfe auf Papier.

Erst über 80 Jahre später begann sich Mackintoshs Traum zu materialisieren. 1989 entstand in Glasgow die Initiative, das House for an Art Lover nach den originalen Entwürfen zu bauen. Die Umsetzung war komplex und langwierig. 1995 wurde Bruce Hamilton Furniture Makers mit der Herstellung der Möbel für das Esszimmer beauftragt.

Mit nur wenigen überlieferten Informationen aus dem Mackintosh-Portfolio und in enger Abstimmung mit Mackintosh-Forschern fertigte Bruce Hamilton massstäbliche Werkstattzeichnungen der Esszimmergarnitur an – seine Interpretation von Mackintoshs Aquarellen.

Die Möbelstücke wurden als originale Mackintosh-Möbel gefertigt, wenngleich sie 67 Jahre nach seinem Tod entstanden. Bis heute arbeitet Bruce Hamilton mit denselben Schablonen und Vorrichtungen.

Argyle Chair & Art Lovers Carver Arm Chair von Bruce Hamilton
Argyle Chair & Art Lovers Carver Arm Chair von Bruce Hamilton

Die dekorative Schablonenarbeit an den Stuhlrücken wird dabei von Elisabeth Viguie Culshaw vom Lansdowne House of Stencils ausgeführt, die diese anspruchsvolle Technik mit grosser Sensibilität weiterführt.

Wie die Entstehungsgeschichte zeigt, nimmt der Art Lovers Carver Arm Chair eine aussergewöhnliche Stellung ein: Da Charles Rennie Mackintosh diesen Stuhl selbst nie gebaut hat, wird er durch diese Ausführung tatsächlich zu einem Original – nicht als historisches Objekt aus der Zeit um 1900, sondern als späte, präzise und respektvolle Realisierung einer Idee, die ihrer Zeit weit voraus war.

Elisabeth Viguie Culshaw of Landsdowne House of Stencils

Der Art Lovers Carver Arm Chair steht damit exemplarisch für Mackintoshs Wirkung auf die Wiener Secession, für seinen Einfluss auf die europäische Moderne und für die Kraft von Entwürfen, die Jahrzehnte überdauern können.

Er erzählt von Visionen, von kulturellem Austausch, von Handwerk auf höchstem Niveau – und davon, dass manche Ideen einfach auf ihre Zeit warten müssen.

Quellen:

  • Billcliffe, Roger. Mackintosh Furniture. First edition. New York: E. P. Dutton, 1985. 

  • Cosgrove, James, ed. House for an Art Lover: Charles Rennie Mackintosh. Glasgow: House For An Art Lover, 2004.
  • Blake, Fanny. Essential Charles Rennie Mackintosh. Bath: Parragon, 2004.

Mein Dank geht an Bruce Hamilton für die Werkstattbilder sowie an Elisabeth Viguie Culshaw für die Fotos der Schablonenarbeit.

Die Zeichnungen von Charles Rennie Mackintosh zum Speisezimmer und zum „House for an Art Lover“ sind gemeinfrei (via Wikimedia Commons).

Das Esszimmer im House for an Art Lover, Ballahouston Park, Glasgow.
Foto: © Alamy Stock Photo

Interessante Links zum Thema:

 

English Version:

The Art Lovers Carver Arm Chair – Mackintosh’s Design Brought to Life

When Charles Rennie Mackintosh came into contact with the Vienna Secession at the beginning of 1900, one of the most fertile and consequential cultural connections within the European Art Nouveau movement began to take shape.

Encounters with figures such as Josef Hoffmann, Koloman Moser, and the patron Fritz Waerndorfer led to an intensive exchange that shaped Mackintosh’s work as much as it did that of the Viennese designers and their students. The broad gesso panels designed by Mackintosh and Margaret MacDonald, which were presented at the Eighth Secession Exhibition, also influenced Gustav Klimt’s work and found their echo in the Beethoven Frieze of the Fourteenth Secession Exhibition.

In the summer of 1900, Mackintosh sent, among other materials, photographs of his own apartment to the painter Carl Moll, President of the Vienna Secession. These were published in 1901, together with views of Mackintosh’s Secession Room, in the Secessionist journal Ver Sacrum, where they made a lasting impression. The precise command of spatial composition, the reduction of furniture, and the consistent integration of architecture, furnishings, and ornamentation were new to many Viennese designers. Mackintosh’s works were regarded as exceptionally modern and acted as a catalyst: numerous Viennese designers and students would take up his designs in the following years, adapting, varying, and further developing them.

It was within this very context that Mackintosh also learned, during his visit to Vienna (October to December 1900), of a competition announced in December 1900 in the German journal Innendekoration. Edited by Alexander Koch in Darmstadt, the competition sought designs for a “House for an Art Lover.” The submission deadline was 25 March 1901.

Mackintosh submitted his design for the House for an Art Lover but was initially disqualified because he had not provided the required number of interior perspectives. Nevertheless, the quality of his drawings, combined with the modernity of his vision, earned him a special prize of 600 marks—a remarkable distinction, particularly as no first prize was awarded.

Alexander Koch published selected competition entries as independent portfolios. In 1902, he also published Mackintosh’s designs—including the completed interior perspectives—under the title Meister der Innenkunst (Masters of Interior Design). Through Koch’s journals, these works reached an audience throughout Europe as well as in the United States.

In this way, Mackintosh’s visionary concept of space and furniture became known to an international audience, even though the house itself was never realized.

The original drawings are believed to have been lost in 1944, when Alexander Koch’s publishing house was destroyed during a British air raid.

Particular attention should be given to the dining room of the House for an Art Lover. In contrast to the opulent reception room and music room, it is conceived as darker, calmer, and more restrained. Dark, panelled walls and furniture are balanced by a white vaulted ceiling, fifteen plaster panels, and a light-coloured carpet. The walls and cabinets are fitted with stencilled panels—one of Mackintosh’s central design devices, combining geometric rigor with ornamental delicacy.

These stencil motifs appear not only on the walls and built-in furniture but also on the chairs themselves. At the table, only two high-backed armchairs are depicted—later known as the Art Lovers Carver Chairs—whose slender, tapering backrests run uninterrupted from top to bottom. These chairs, like many other pieces of furniture designed for this house, remained purely conceptual works on paper for many decades.

Only more than eighty years later did Mackintosh’s vision begin to materialize. In 1989, an initiative was launched in Glasgow to build the House for an Art Lover according to the original designs. The realization was complex and protracted, and in 1995 Bruce Hamilton Furniture Makers were commissioned to produce the dining room furniture.

Working with only limited surviving information from the Mackintosh portfolio and in close consultation with Mackintosh scholars, Bruce Hamilton produced full-scale workshop drawings for the dining room suite—his interpretation of Mackintosh’s watercolours.

The pieces of furniture were made as original Mackintosh furniture, even though they were produced sixty-seven years after his death. To this day, Bruce Hamilton continues to work using the same templates and jigs.

The decorative stencil work on the chair backs is carried out by Elisabeth Viguie Culshaw of the Lansdowne House of Stencils, who continues this demanding technique with great sensitivity.

As the history of its creation demonstrates, the Art Lovers Carver Arm Chair occupies an exceptional position. Since Charles Rennie Mackintosh never built this chair himself, it becomes—through this execution—an original in its own right: not a historical object from around 1900, but a late, precise, and respectful realization of an idea that was far ahead of its time.

The Art Lovers Carver Arm Chair thus stands as an exemplar of Mackintosh’s impact on the Vienna Secession, his influence on European Modernism, and the enduring power of designs that can transcend decades.

It tells a story of vision, of cultural exchange, of craftsmanship at the highest level—and of the fact that some ideas simply need to wait for their time.

Sources:

 

  • Billcliffe, Roger. Mackintosh Furniture. First edition. New York: E. P. Dutton, 1985. 
  • Cosgrove, James, ed. House for an Art Lover: Charles Rennie Mackintosh. Glasgow: House For An Art Lover, 2004.
  • Blake, Fanny. Essential Charles Rennie Mackintosh. Bath: Parragon, 2004.

Acknowledgements:

My thanks go to Bruce Hamilton for the workshop photos and to Elisabeth Viguie Culshaw for the photos of the stencil work.

The drawings by Charles Rennie Mackintosh of the dining room and the House for an Art Lover are in the public domain (via Wikimedia Commons).

Dining room, House for an Art Lover, Ballahouston Park, Glasgow.
Photo: © Alamy Stock Photo

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Facharbeit am Goering Institut, München

Facharbeit am Goering Institut, München

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Bewährte Konstruktionsprinzipien und Materialien im Schrankbau: eine praxisbasierte Studie mit Prototyp

Meine Facharbeit beschäftigt sich mit bewährten Schrankkonstruktionen und nachhaltigem Möbelbau. 

Ziel war es, historische Prinzipien und Materialien vom frühen 19. Jahrhundert bis zum Beginn der Moderne zu analysieren und daraus einen zeitgemäßen Möbelprototyp zu entwickeln – ein Stück, das Generationen überdauert, nachhaltig und restaurierungsfreundlich ist.

Die zentralen Erkenntnisse stammen aus persönlichen Interviews und Umfragen mit Restauratorinnen und Restauratoren, deren Praxiserfahrungen in die Gestaltung und Konstruktion des Prototyps eingeflossen sind.

Dabei zeigt die Arbeit, dass wir Restaurierende nicht nur Wissen und Objekte bewahren, sondern auch wertvolle Impulse für einen verantwortungsvollen und nachhaltigen Möbelbau geben können.

Das Möbel verbindet klare, reduzierte Formen mit einer traditionellen und teils überschobenen Rahmen-Füllungskonstruktion aus Edelkastanie. Dieses Holz überzeugt durch seine Dauerhaftigkeit, warme Farbe, feine Maserung und eine rund 20 % geringere Dichte im Vergleich zu Eiche. Damit ist es ein leichtes, dennoch robustes Holz, das sich im hochwertigen Möbelbau bewährt hat.

Durch das Keilsystem, den reversiblen Glutinleim und formstabile Verbindungen wie Schwalbenschwanz oder die japanische Eckverbindung 隠し留め蟻三枚ほぞ (Kakushi Tome Ari Sanmai Hozo) bleibt das Möbel zerlegbar und einfach restaurierbar. Zugleich wird die sichtbare Konstruktion Teil der Gestaltung – und macht das Möbel über Generationen hinweg nachhaltig nutzbar.

Gravuren auf den Schubladenböden dokumentieren die Entstehungsgeschichte für zukünftige Restaurierende.

Das Ergebnis: Ein Möbelstück, das Handwerk, Tradition und zeitgenössische Gestaltung vereint – schlicht, beständig und voller Geschichte.

Mein besonderer Dank gilt allen Restaurierenden, die sich an der Umfrage beteiligt oder für ein persönliches Interview zur Verfügung gestellt haben. Ihre Expertise hat diese Arbeit massgeblich bereichert.

     

    English Version:

    Proven Construction Principles and Materials in Cabinetmaking: A Practice-Based Study with Prototype

     

    My thesis explores time-tested cabinetmaking constructions and sustainable furniture design. Its aim was to analyse historical principles and materials from the early 19th century up to the dawn of the modern era and to translate them into a contemporary furniture prototype—one that is long-lasting, sustainable, and easy to restore.

    My central findings derive from personal interviews and surveys with experienced conservators, whose hands-on experience informed the design and construction of the prototype. The work emphasizes that conservators not only preserve knowledge and objects, but do also provide valuable impulses for responsible, sustainable approaches to furniture making.

    The piece combines clear, reduced forms with a traditional, partially overlapping frame-and-panel construction made of sweet chestnut. This timber stands out for its durability, warm colour, fine grain, and a density roughly 20% lower than oak. As a result, it is lightweight yet robust—an established material in high-quality furniture making.

    Through the use of a wedge system, reversible hide glue, and dimensionally stable joints such as dovetails or the Japanese corner joint 隠し留め蟻三枚ほぞ (Kakushi Tome Ari Sanmai Hozo), the furniture remains demountable and easy to restore. At the same time, the visible construction becomes an integral part of the design, allowing the piece to remain functional and sustainable for generations.

    Engravings on the drawer bottoms record the making of the piece for future conservators.

    The result is a piece of furniture that unites craftsmanship, tradition, and contemporary design—simple, enduring, and full of history.

     

    My sincere thanks go to all conservators who contributed to the survey or agreed to a personal interview. Their expertise and support greatly enriched this project.

    Arvenholz und Schlafqualität – Der Weg zum natürlichen Bett

    Arvenholz und Schlafqualität – Der Weg zum natürlichen Bett

    The English version of my blog entry can be found below.

    Während der Osterferien 2025 habe ich ein Arvenbett gebaut. In diesem Blog nehme ich euch mit auf die Reise, wie ein Bett aus Arvenholz entsteht – von der Planung über die handwerkliche Umsetzung bis zum abschliessenden Montage.

    Im Video (oben) werden die einzelnen Arbeitsschritte, die zur Herstellung eines funktionalen und ästhetisch ansprechenden Bettes aus Massivholz erforderlich sind gezeigt.
    Eine Auswahl von Fotos (vgl. Galerie) vermittelt weitere Eindrücke vom Entstehungsprozess.

    Arvenholz und Schlafqualität

    Für Betten können wir nur fünf Holzarten verwenden: Zirbe, Kernesche, Bergahorn, Weisstanne und Fichte. Diese Hölzer zeichnen sich durch eine besonders hohe feinstoffliche Schwingung aus, die es der Seele ermöglicht, schnell in die Tiefe des Schlafes einzutauchen. Dadurch kann sich der Körper in der Non-REM-Phase, insbesondere im Tiefschlaf, optimal regenerieren.

    Holzarten wie Eiche oder Ulme hingegen haben eine zu starke Erdung, wodurch die Seele sich weniger frei bewegen kann.

    Eine Studie des Joanneum Research Instituts in Österreich unter der Leitung von Prof. Dr. Maximilian Moser zeigt, dass Menschen, die in Zirbenholzbetten schlafen, eine reduzierte Herzfrequenz aufweisen.

    Die gesamte Ersparnis an Herzschlägen in der Nacht und am Morgen beträgt ca. 3500 Schläge pro Tag – das entspricht etwa einer Stunde Herzschlagdauer. Zudem verweilen die Menschen durchschnittlich 21 Minuten länger in der ersten Tiefschlafphase, und der Vagustonus (Schutz des Herzens/optimale Entspannung) war im Zirbenholz am höchsten. Die Probanden fühlten sich besser ausgeschlafen
    und erholt.
    Moser, M. (2003).

    Evaluation der Auswirkungen eines Zirbenholzumfeldes auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation (p. 37). JOANNEUM RESEARCH – Institut für Nichtinvasive Diagnostik.

    English Version:

    Swiss Pine & Sleep Quality – The Path to a Natural Bed

    During the 2025 Easter holidays, I built a bed out of Swiss stone pine. In this blog, I’ll take you along on the journey of how such a bed is created – from planning and craftsmanship to final assembly.

    The video (above) shows the individual steps required to build a functional and aesthetically pleasing bed from solid wood. A selection of photos (see gallery) provides further insight into the making process.

    Swiss Pine & Sleep Quality

    There are only five wood species that are suitable for the construction of beds: Swiss pine, heartwood ash, sycamore maple, silver fir, and spruce. These woods are characterized by a particularly high subtle vibration, allowing the soul to quickly dive into deep sleep. As a result, the body can regenerate optimally during the non-REM phase, especially in deep sleep.

    In contrast, woods like oak or elm have a grounding effect that is too strong, which can restrict the soul’s ability to move freely.

    A study conducted by the Joanneum Research Institute in Austria, led by Prof. Dr. Maximilian Moser, found that people who slept in Swiss pine beds had a reduced heart rate. 

    The total reduction in heartbeats at night and in the morning amounts to approximately 3,500 beats per day, which corresponds to about one hour of heart activity.
    Additionally, people spent an average of 21 minutes longer in the first deep sleep phase, and vagal tone (which protects the heart and promotes optimal relaxation) was highest in the Swiss pine bed. The test subjects reported feeling more well-rested and refreshed.“
    Moser, M. (2003).

    Evaluation of the effects of a Swiss pine wood environment on circulation, sleep, well-being, and autonomic regulation [Evaluation der Auswirkungen eines Zirbenholzumfeldes auf Kreislauf, Schlaf, Befinden und vegetative Regulation] (p. 37). JOANNEUM RESEARCH – Institute for Noninvasive Diagnostics. [Original work in German]

    Jahresrückblick 2024

    Jahresrückblick 2024

    A shortened English version of my year-in-review can be found below.

     

    2024 war ein Jahr voller unvergesslicher Momente, beeindruckender Projekte und inspirierender Begegnungen.

    Nach Neujahr habe ich mein Studium am Goering Institut in München fortgesetzt.

    Jetzt, Ende des Jahres 2024, befinde ich mich genau in der Mitte meiner dreijährigen Ausbildung zur Restauratorin für Möbel und Holzobjekte.
    Das Jahr begann mit einem besonderen Werkstück: Ein Massivholzbrett mit Nussbaumfurnier und einer filigranen Libellenmarketerie. Gekrönt wurde das Projekt mit einer glänzenden Schellackpolitur.

    Im Mai schloss ich eine Replika eines Blumenornaments von Ignaz Günther ab – geschnitzt aus Lindenholz und mit Poliment- und Ölvergoldung veredelt. Zwei traditionsreiche Vergoldungstechniken, die mich sowohl technisch als auch ästhetisch faszinieren.

    Eine selbstgeschmiedete Anreissnadel mit gehärteter Spitze und Geissfuss (Nagelzieher) war ein weiteres Highlight.

    Im April hatten wir die Gelegenheit, ein faszinierendes Referat über die Restaurierung eines der weltweit nur noch vier erhaltenen Lilienthal Normal-Segelapparate zu erleben.

    Dieses aussergewöhnliche Restaurierungsprojekt des Deutschen Museums ist nicht nur technisch äusserst anspruchsvoll, sondern auch kulturhistorisch von unschätzbarem Wert, da es eines der ersten flugfähigen Gleitflugzeuge der Geschichte repräsentiert.

    Die Restaurierung erfordert ein Höchstmass an Präzision und interdisziplinärem Fachwissen, um die ursprünglichen Materialien und Konstruktionsmethoden möglichst authentisch zu bewahren. Ein wahrhaft einmaliges Unterfangen, das den Pioniergeist der Luftfahrtgeschichte lebendig hält.

    Im Frühjahr beschäftigte ich mich intensiv mit den Holzmöbeln von Herculaneum (vgl. dazu das Buch «Wooden Furniture in Herculaneum» von Stephan T.A.M. Mols).

    Seine eingehende Analyse ist herausragend, und ich empfehle sie allen, die sich für antike Möbel, das Leben in den vesuvianischen Städten oder die materielle Kultur der frühen Römischen Kaiserzeit interessieren.

    Die Kunstfertigkeit der römischen Handwerker und ihre meisterhafte Beherrschung von Holz und Verbindungstechniken haben mich tief beeindruckt.

    Ihre Errungenschaften wirken bis heute nach.

    Buchcover: Wooden Furniture in Herculaneum - Form, Technique and Function von Stephan T.A.M. Mols
    Kassettendecke aus dem Haus des Telephus-Reliefs in Herculaneum Bildquelle: Minerva Magazin

    Eine der bedeutendsten Entdeckungen in Herculaneum in den letzten Jahrzehnten erfolgte 2009/10, als das eingestürzte Holzdach und Teile der Kassettendecke aus dem Haus des Telephus-Reliefs von einem verschütteten Strand geborgen wurden.


    Diese Art von Kassettendecke sollte Jahrhunderte später Standard für Kirchen und Paläste in der italienischen Renaissance werden

    👉🏽  Wooden wonders of Herculaneum

    Während der Frühlingsferien arbeitete ich in meiner Werkstatt und stellte Schneidebretter mit Hirnholzleisten aus Nuss- und Ahornholz her.

    Auch Exkursionen bereicherten mein Jahr: Im Juni besuchten wir das Bauerngerätemuseum in Ingolstadt. Die Ausstellung „Schmied und Schlosser“ führte uns zurück in die traditionellen Arbeitswelten von Dorfschmied und Schlosser. 
    Im November besichtigten wir die Burg Trausnitz, die Stiftsbasilika St. Martin in Landshut und Schloss Sünching, dessen Deckenfresko von Matthäus Günther sowie die geschnitzten Genien mit Engel des Bildhauers Franz Ignaz Günther mich besonders beeindruckten.

    Die Sommerferien führten mich nach Peru, mein Mutterland. Ich besuchte Familie und Freunde, erkundete Arequipa, das Heilige Tal der Inkas, Cusco und die Coricancha, das wichtigste Heiligtum des Inkareichs. Darin befindet sich der Tempel der Göttin Chaska (Venus, Isis, Aphrodite, Ištar bzw. Astarte in anderen Kulturen), nach der ich benannt wurde und die mir eine besondere Verbindung zu meiner kulturellen Herkunft verleiht.

    Diese Reise verband mich tief mit meinen Wurzeln.

    👉🏽 Die Spirale – Ausdruck der Lebensenergie

    Kaum zurück, reiste ich nach Venedig zur Biennale Homo Faber. Besonders stolz bin ich, dass ich in den Homo Faber Guide aufgenommen wurde – und nun Teil dieses Netzwerks für europäisches Kunsthandwerk bin.

    Der Besuch bei Marino Menegazzo, dem letzten Goldschläger Venedigs, war einer der Höhepunkte dieses Jahres.

    Seine Kunst, Blattgold von Hand herzustellen, hat mich tief beeindruckt.

    Marino Menegazzo, der letzte Goldschläger Venedigs

    Im Herbst nahm ich mein Studium wieder auf und vertiefte mich in die Herstellung von Stuckmarmor.

    Am 20. Oktober, dem Tag der Restaurierung, besuchte ich verschiedene Museen und Werkstätten. Wenige Tage später fand die Internationale Kunstmesse in der Residenz München statt, wo ich die Gelegenheit hatte, aussergewöhnlich kunstvolle antike Möbelstücke zu bewundern.

    In meinen Herbstferien leitete ich den Holzbearbeitungskurs «Möbelherstellung aus Massivholz», in dem ich mit einem Kunden einen Beistelltisch aus Ahorn- und Nussbaumholz fertigte.

    Ein weiteres Highlight war die Restaurierung eines Neo-Renaissance-Truhenschranks, den meine Kollegin und ich nach 235 Arbeitsstunden im November fertigstellten.

    Kurz vor Weihnachten begann ein neues Projekt: die Figur des Hl. Damian sowie sechs Moriskentänzer warten auf ihre Restaurierung – eine spannende Herausforderung zu Beginn des Jahres 2025.

    Moriskentänzer
    Heiliger Damian

    Ein grosser Dank geht an alle, die dieses Jahr so besonders gemacht haben. 💛

    Chaska Schuler, Dezember 2024

    Year in Review 2024

    2024 was a year filled with unforgettable moments and inspiring encounters.

    After the New Year, I continued my studies at the Goering Institute, and as 2024 comes to a close, I find myself halfway through my three-year training to become a restorer of furniture and wooden objects.

    The year began with a special project: a solid wood board veneered with walnut and adorned with a delicate dragonfly marquetry. The piece was finished with a glossy shellac polish. In May, I completed a replica of a floral ornament by Ignaz Günther, carved from limewood and enhanced with traditional bole and oil gilding techniques, both of which captivate me.

    I also delved deeply into the remarkable wooden furniture from Herculaneum (79 AD).

    A self-forged scribing needle with a hardened tip and a nail puller was another highlight.

    Field trips enriched my year as well: in June, we visited the Rural Equipment Museum in Ingolstadt, while in November, we explored Trausnitz Castle, the Collegiate Basilica of St. Martin, and Sünching Castle, with its impressive ceiling fresco by Matthäus Günther.

    The summer holidays took me to Peru, my motherland. I visited Arequipa, the Sacred Valley of the Incas, Cusco, and the Coricancha, which houses the Temple of the Goddess Chaska (Venus) – after whom I am named. This journey deeply connected me with my roots.

    Upon my return, I traveled to Venice for the Homo Faber Biennale. I am especially proud to have been featured in the Homo Faber Guide and to now be a part of this network of European craftsmanship. A highlight of my trip was meeting Marino Menegazzo, the last goldbeater in Venice. His skill in creating gold leaf by hand deeply impressed me.

    After the summer, I focused on creating scagliola and restoring a Neo-Renaissance chest cabinet, which my colleague and I completed in November after 235 hours of work.

    During the spring and autumn holidays, I worked in my workshop, crafting cutting boards with breadboard ends, and taught a woodworking course in which I guided a client in crafting a side table.

    Thank you to everyone who made this year so special. 💛

    Chaska Schuler, December 2024

    Kurs „Möbelherstellung aus Massivholz“

    Kurs „Möbelherstellung aus Massivholz“

    ✨ Soeben habe ich einen mehrtägigen Holzbearbeitungskurs abgeschlossen, in dem mein Kunde diesen eleganten Beistelltisch erschaffen hat!✨

    Gefertigt aus Ahorn- und Nussholz, besticht dieser Tisch durch sein leichtes, luftiges Design.

    Die Tischplatte hebt sich dank der Schattenfuge schwebend von der Unterkonstruktion ab.

    Die Beine verjüngen sich auf zwei Seiten und verleihen dem Tisch eine raffinierte Eleganz, während auf Gehrung gesägte Blindzapfen eine unsichtbare, stabile Verbindung schaffen.

    Das Finish mit Rubio Monocoat Oil Plus 2C „Pure“ bringt die natürliche Schönheit des Holzes zur Geltung.

    Michael Cordes und sein Beistelltisch aus Ahorn- und Nussholz

    Es ist zutiefst bereichernd, andere in die Welt der Massivholz-Möbelherstellung einführen zu dürfen.
    In diesem Kurs sind wir gemeinsam den Weg von rohem Holz bis hin zum fertigen Möbelstück gegangen. Es entstand ein formschönes und handwerklich sorgfältig ausgeführtes Einzelstück.

    Ein herzliches Dankeschön geht an Michael und Claudia, dass sie diesen Kurs bei mir gebucht haben. Es war mir eine grosse Freude, dieses Projekt mit Michael umzusetzen und ihn Schritt für Schritt zu begleiten.

    Beistelltisch aus Ahorn- und Nussbaum

    Liebe Chaska
    Du hast den Kurs mit riesiger Geduld und Ruhe geführt – Kompliment 👍🏼 absolut stark.

    Wir sind begeistert von dir!
    Das Tischchen ist grossartig geworden und hat einen schönen Platz in unserem Zuhause erhalten.
    Wir haben viele positive Eindrücke mitgenommen und danken dir für die schöne Erfahrung und die guten Inputs.

    Michael Cordes & Claudia von Felten

    Kursteilnehmer

    Im folgenden Video sind die Vorbereitungsarbeiten für den Kurs zu sehen:

    Homo Faber Guide

    Homo Faber Guide

    Mit dem Homo Faber Guide hat die Michelangelo Foundation ein einzigartiges digitales Schaufenster für europäisches Kunsthandwerk geschaffen.

    Die Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kunsthandwerk zu feiern und zu bewahren. Aus diesem Grund hat sie eine europäische Landkarte der bedeutendsten Vertreterinnen und Vertreter in diesem Bereich erstellt, um sie miteinander zu verbinden: Kunsthandwerkende, im Design Tätige, Verantwortliche für Galerien und Museumsausstellungen, Sammlerinnen und Sammler sowie einfach alle, die sich für hochwertige handgefertigte Objekte begeistern.

    Es erfüllt mich mit Freude, Teil dieses Netzwerkes zu sein.

    Homo Faber Guide - Chaska Schuler

    Homo Faber 2024: The Journey of Life

    Ich werde am 4./5. September in Venedig sein und die anregenden Ausstellungen der Biennale besuchen, die in den prächtigen Räumen der Fondazione Giorgio Cini stattfinden.

    Hunderte von handgefertigten Objekten sind zu entdecken – geschaffen von den talentiertesten Handwerksleuten aus aller Welt.

    HOMO FABER GUIDE

    With the Homo Faber Guide, the Michelangelo Foundation has created a unique digital platform for European artisanship.

    The Foundation’s mission is to celebrate and preserve master artisanship, and for this reason it has created a European map of the most significant representatives in this field, with the aim of connecting all its protagonists: artisans, designers, gallery owners, art curators, collectors and enthusiasts of high-quality handmade pieces.

    I feel happy and honored to be part of this network.

    Homo Faber 2024: The Journey of Life

    I will be in Venice on the 4th/5th of September, visiting the inspiring exhibitions of the Biennale held in the magnificent spaces of Fondazione Giorgio Cini. There are hundreds of handmade objects to discover, created by the most talented craftspeople from all over the world.