Oberflächenaufbau Furnier

Oberflächenaufbau Furnier

Fertige Holzbox aus Ahorn mit furniertem Deckel

Den Deckel meiner Holzbox habe ich mit unterschiedlichem Furnier belegt.

Zudem habe ich den Deckel auch im Innenbereich sowie den Boden beidseitig furniert.

Im Folgenden beschreibe ich den Oberflächenaufbau.

Schellack auftragen:

Nachdem das Furnier in der Vakuumpresse getrocknet hat, wird der Schellack während 3 bis 6 Tagen jeweils dreimal pro Tag – beispielsweise morgens, mittags und abends – mit einem Pinsel aufgebracht (vgl. folgendes Video)

Am darauffolgenden Tag wird die Oberfläche mit 320er Schleifpapier egalisiert und der Prozess startet von neuem.

Nach etwa 12 Aufträgen beginnt die Oberfläche zu glänzen.

Rezept für Streichschellack:

1 Kilogramm Schellackflocken und 4 Liter Ethanol werden in einem verschliessbaren Kunststoffkanister vermischt. Dies ergibt ein Mischungsverhältnis von 1 : 3, da 4 Liter Ethanol nur ca. 3 Kilogramm schwer sind.

Ethanol ist zum Auflösen der Schellackflocken besser geeignet als Isopropanol. Der Kanister muss immer wieder gedreht werden, damit sich die Flocken auflösen können. Dieser Prozess dauert, abhängig von der Dicke der Schellackflocken, etwa ein bis zwei Wochen.

Diese 1 : 3-Mischung ist eine Stammlösung.

Es ist nicht die Mischung, die man für eine Politur oder als Streichmischung brauchen kann.
Diese Stammlösung wird nochmals verdünnt mit Isopropanol:

1 : 6 für Porenfüllung
1 : 3 für die Deckpolitur
1 : 6 für die Streichmischung

Isopropanol ist aus Erdöl und Ethanol ist das Resultat aus Gärungsprozessen.

Isopropanol ist weniger aggressiv und eignet sich für die Endmischungen besser. Die Gefahr ist geringer, vorhergehende Schellackschichten wieder durch den neuen Auftrag abzulösen.

Die Stammlösung (1 : 3) kann man mit Schleifstaub vermischen, wodurch ein wunderbarer Kitt entsteht, den man sehr gut für Holzoberflächen benutzen kann. Damit der Farbton stimmt, kann man in diesen Kitt auch Farbpigmente einstreuen.

Zum Streichen von Möbeln nimmt man die Mischung 1 : 6 (Porenfüllmischung). Früher wurde der Innenbereich von Küchenmöbeln mit Schellack ausgepinselt, da Schellack Gerüche bindet.

Oberfläche ausbessern

Anschliessend wir die Oberfläche mit Reparaturwachs ausgebessert (vgl. Video «🐝 Ausbessern des Furniers mit Reparaturwachs»)

Darauf folgt ein Zwischenschliff mit 320er Körnung sowie mit Stahlwolle, damit alle Fingerabdrücke und Wachsflecken verschwinden. Der Feinheitsgrad 000 der Stahwolle ist perfekt für den Zwischenschliff auf Lack und Schelllack geeignet.

Politur auftragen

Dann wird die Oberfläche mit einer Autopolitur aufpoliert. Dazu vermischt man die Politur mit etwas Wasser, trägt sie mit einem Polierschwamm auf und „massiert“ sie mit leichtem Druck und kleinen kreisenden Bewegungen in den Lack ein.

Bevor die Politur zu trocknen beginnt, wird die Oberfläche mit einem Mikrofasertuch mit mässigem Druck entgegen der bisherigen Polierrichtung über die behandelte Fläche nachpoliert.

Versiegeln

Zum Schluss wird die Oberfläche mit einem farblosen Klarwachs versiegelt. Dieser wird mit einem Baumwolllappen aufgetragen.

Sitzbank aus Thuja mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord)

Sitzbank aus Thuja mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord)

Sitzbank aus Thuja mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord)

Von einem Urner Holzhändler konnte ich Thujabretter erstehen.

Daraus entstand dieser Sitzbank mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord).

Bei uns in Europa kennt man Thuja insbesondere als Hecke oder Zierstrauch. 

Der grösste Baum seiner Gattung (Quinault Lake Cedar) war 53 m hoch und stand nördlich des Quinault Lake in den Olympic Mountains (Washington).

Der 1000-jährige Baum, dessen Geschichte bis zum Ende der Eiszeit zurückreicht, wurde im Juli 2016 durch heftige Stürme gefällt. Der Stamm mit einem Durchmesser von 594 cm war hohl und dennoch wies der Baum ein Volumen von 500 Kubikmeter auf.

Bau eines Modells

Gemäss meiner Skizze baute ich zuerst ein Modell im Massstab 1 : 5.

 

Im Folgenden einige Fotos von der Entstehung des Modells.

Sitzbank, Modell 1 : 5

Nachdem die Thujabohlen sich gut einen Monat in der Werkstatt akklimatisiert hatten, begann die Arbeit am Möbel.

 

Grobzuschnitt

Zuerst habe ich die Bohlen grob zugeschnitten, dann ausgehobelt und zum Schluss die einzelnen Bankteile auf der Formatkreissäge abgelängt.

Verleimen

Rückenlehne: Profil herstellen

Sitzbankrahmen

Dann habe ich den Rahmen des Sitzbankes gebaut, sowie die Banklehne profiliert

    • Domino-Zapfenlöcher fräsen 
    • Zapfenlöcher für die Spindeln bohren
    • Profil zuschneiden und hobeln
    • Fasen / Schleifen
    • Verleimen (vgl. Video unten)
    • Profil der Banklehne mit Handhobel ausarbeiten (vgl. Video unten)

7 Spindeln

Nun drechselte ich die Spindeln (vgl. Video unten).

Vor dem Verleimen der Spindeln trockne ich die Enden in einem kleinen Holztrocknungsofen.

Die Zapfen schwinden ca. 2/10 mm. Mit dem Leim quellen sie dann im Zapfenloch wieder auf, wodurch eine stramme Verbindung entsteht.

Spindelzapfen trocknen
einzapfenloch mit der Methode von Drew Langsner bohren

Anschliessend bohrte ich die Beinzapfenlöcher mit der Methode von Drew Langsner:

Der frontale und seitliche Neigungswinkel der Bankbeine beträgt 10°. Der Bohrwinkel beträgt daher 14° auf den 45°-Linien, die von den Bohrlöchern ausgehen. Mit dieser Methode muss man sich immer noch auf zwei Winkel konzentrieren, doch einer ist immer 90°.
Tönt kompliziert?
Mit den Tabellen im inspirierenden Buch «The Chairmaker’s Workshop» von Drew Langsner ist dies eine einfache Sache!
Vielen herzlichen Dank, Drew, für dein inspirierendes Buch!

Bankbeine

Dann drechselte ich die vier Beine.

Dabei muss man wieder sehr genau die Zapfendicke drechseln, damit sie nach dem Trocknen genau ins Loch passen und mit dem Leim dann aufquellen können.

Die Zapfen werden mit der Bandsäge geschlitzt, sodass sie mit Keilen im Zapfenloch fixiert werden können.

Beine mit Zapfen drechseln
Beine mit Zapfen drechseln
Zapfen einpassen
Keilschlitze mit der Bandsäge sägen

Position der Verbindungsstege bestimmen und sie drechseln

Anschliessend bestimmte ich mit dem Laser die Position der Verbindungsstege sowie mit dem Centerfinder die Mitte der Beine.

Darauf bohrte ich die Zapfenlöcher. Nun konnte ich die Länge der beiden Verbindungsstege ermitteln und sie exakt drechseln. 

Arbeit am Mittelsteg

Da der Mittelsteg aufgrund seiner Länge nicht gedrechselt werden konnte, habe ich die Kantel auf der Abrichte in ein Achteck verwandelt und anschliessend von Hand den Rundstab herausgearbeitet.

Dann „spitzte“  ich mit dem Zapfenschneider die beiden Zapfen an und hobelte die Enden des Rundstabes konisch aus (vgl. Video unten)

Nach dem Zusammenbau habe ich mit 608 m Danish paper cord das Schachbrettmuster beidseitg gewebt.

Chaska relaxing auf der Thujasitzbank
Massivholzbett aus Esche und Nussholz

Massivholzbett aus Esche und Nussholz

Massivholzbett aus Esche und Nussholz

Im Rahmen meiner Individuellen Praktischen Arbeit (IPA) habe ich am Schluss meiner Ausbildung zur Schreinerin ein Massivholzbett aus Esche und Nussholz designt und gebaut.

Wichtig war mir, dass sich das Bett werkzeuglos zusammenbauen lässt, kein Metall verbaut ist und die Oberflächenbehandlung keine flüchtigen organischen Verbindungen freisetzt oder aus anderen schädlichen Stoffen (bspw. Sikkative) besteht.

Im Folgenden finden sich einige Impressionen zum Enstehungsprozess meines Möbels:

Das Bett war ein Kundenauftrag, wobei die Kundin meine Mutter war. Sie wünschte sich ein Hüslernest-Aufbau und eine Konstruktion, die unter dem Bett zusätzlichen Stauraum bot.

Ich zeichnete ihr diverse Entwürfe, wobei sie sich dann für ein Kopfteil mit gewebten Nussbaumlamellen entschied.

Anschliessend baute ich ihr ein Modell davon (vgl. Bild rechts).

Bettmodell aus Buchenholz mit einem aus Nussholz gewobenen Kopfteil

Ich liebe diese ganzheitliche schöpferische Arbeit, dieser kreative Schaffungsprozess, der mich von der Vorgabe zu einer Idee führt, die ich dann zu einem funktionalen Design weiterentwickeln kann.

Es ist die Suche nach der Einheit zwischen Funktion und Form bzw. Konstruktion.

Zuerst stellte ich mir die Frage nach den funktionalen Details:

  • Wie hoch soll das Bett sein, damit meine Mutter bequem aus- und einsteigen kann?
  • Lassen sich mit dieser Höhe die Rollkorpusse später realisieren?
  • Wie muss die Unterkonstruktion aussehen, damit die Rollkorpusse darunter passen und gleichzeitig stabilisiert sind?
  • Wie soll die Rückenlehne aussehen, damit man sich bequem anlehnen kann?
  • Wie ist der Bettaufbau (Rost, Matratze etc.)?

Dann dachte ich über die Konstruktion nach.

  • Wie schaffe ich es, dass das Bett leicht und ohne Werkzeug montier- und demontierbar ist?
  • Welche Verbindungen setze ich ein, damit ich das Bett gänzlich ohne Metall konstruieren kann?
  • Welches Holz verwende ich, damit das Möbel nachhaltig ist, eine lange Lebensdauer hat und unsere Umwelt respektiert wird?
  • Welche Oberflächenbehandlung wähle ich?
  • Welche sinnliche Erfahrung (Farbe, Kontrast, Haptik etc.) würde mich stimulieren und erfreuen?

Für die Konstruktion und mögliche Verbindungen habe ich Fachliteratur sowie die Betten meines Lehrbetriebes studiert, historische Betten angeschaut sowie im Internet recherchiert.

 

Das folgende Video zeigt wie der werkzeuglose Zusammenbau gelöst ist.

Das Design des Bettes habe ich aufgrund der Reaktion auf das Modell weiterentwickelt und die gewebten Nussbaumlamellen über die ganze Breite des Kopfteils gezogen, wodurch die Mittelstege weggefallen sind. Dies ist ästhetisch schöner und passt besser zu einem Einzelbett.

Anschliessend konkretiseirte ich meine Skizzen in CAD-Plänen und Detailstudien, die mir als Grundlage für die Herstellung dienten.

Im Folgenden einige Bilder zum Rohzuschnitt, Aushobeln und Schleifen:

Das spannendste Detail der gesamten Bettkonstruktion ist sicherlich die japanische Verbindung Watari ago (渡りあご), die ich mit gekeilten Runddübeln verstärkt habe, damit sie auch in der Vertikalen stabil funktioniert. Die Verbindung wird normalerweise bei freitragenden Balken im Häuserbau verwendet. Bei meiner Konstruktion verbindet sie die Bettzarge mit den Hinterbeinen.

Ich habe bereits in einem früheren Blogbeitrag über diese spezielle Verbindung geschrieben.

Die folgenden Bildergalerie zeigt die Ausarbeitung der Watari ago-Verbindung:

 

Die Nussbaumlamellen habe ich geschliffen, gefast und mit Rubio RMC Oil Plus 2C (50% Pure [R101] / 50% Bourbon [R333] sowie 1/3 Beschleuniger) geölt.

Das Rubioöl hat 0% flüchtige organische Verbindungen (VOC = volatile organic compounds) und beinhaltet auch keine giftigen Sikkative. Zudem tragen die Rubioprodukte das Eurofins Indoor Air Comfort Gold Label, welches ein gesundes Raumklima garantiert.

Indoor Air Comfort Gold Label

Die Nussbaumlamellen liessen sich leicht ohne Dampf oder Wärme flechten:

Nun einige Bilder des fertigen Bettes:

Watari ago (渡りあご) – eine Kreuzüberblattung aus Japan – verstärkt mit verkeilten Runddübeln

Watari ago (渡りあご) – eine Kreuzüberblattung aus Japan – verstärkt mit verkeilten Runddübeln

Die japanische Verbindung Watari ago (渡りあご) verbindet das Bettbein mit der Kopfzarge

🛏 Eine Kreuzüberblattung aus Japan – verstärkt mit Runddübeln für das Bett.

Für die Verbindung der Kopfzarge mit dem Bettbein habe ich diese japanische Kreuzüberblattung ausgewählt und mit verkeilten Runddübeln verstärkt.


渡り (watari) bedeutet „kreuzen“, „überqueren“
あご (ago) bedeutet „Kinn“ oder „Kiefer“
Die Verbindung wird normalerweise bei freitragenden Trägern im Hausbau verwendet.

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Beistelltisch aus Buchen- und Nussholz

Beistelltisch aus Buchen- und Nussholz

Beistelltisch aus Buchen- und Nussholz

Ein luftiger Beistelltisch aus Buchen- und Nussholz für eine Orchidee.

Die Eckverbindungen bestehen aus jeweils zwei in Gehrung geschnittene Blindzapfen. Sie sind auf drei Seiten zurückgesetzt.

 

 

Der Beistelltisch (L: 36cm x B: 36cm x H:46cm) kann käuflich erworben werden.

Fordern Sie Ihr persönliches Angebot für dieses Unikat an.

Im Folgenden einige Bilder & Videos, die einen Eindruck von der Entstehung des Tisches vermitteln.

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