Die menschliche Nuance

Die menschliche Nuance

The English version of my blog entry can be found below.

Warum mich Toshio Odates Gedanken zum Holzhandwerk tief berühren

Vor kurzem habe ich einen Text von Toshio Odate gelesen (vgl. Bild und pdf rechts; Quelle: @toshio_odate, 13.04.2026), der mich in einer seltenen Klarheit berührt hat.
Es war nicht einfach nur Zustimmung, sondern eher ein Wiedererkennen. Als hätte jemand Worte für etwas gefunden, das ich schon lange in mir trage, aber nie ganz so treffend aussprechen konnte. Toshio Odate beschreibt das Holzhandwerk nicht als rein technische Disziplin oder als blosse Summe von Fertigkeiten und Präzision, sondern hebt eine darüber hinausgehende, unsichtbare Dimension hervor, die einem Werkstück erst Leben verleiht. Gerade diese Gedanken bringen etwas auf den Punkt, das mich seit Langem im Handwerk begleitet:

 

Toshio Odate bearbeitet konzentriert ein Holzstück mit einem feinen Werkzeug neben einem Artikel über traditionelle Holzverarbeitung.

Holzbearbeitung ist nicht nur eine Frage sauberer, passgenauer Verbindungen, sondern auch eine Möglichkeit, Reichtum zu schaffen – so wie fruchtbarer Boden Nahrung bereichert.

Toshio Odate

Bildhauer, Kunsthandwerker, Autor und Pädagoge.

Ich habe eine vierjährige Schreinerlehre absolviert und als Schreinerin EFZ im Bereich Möbel und Innenausbau abgeschlossen. In meiner Ausbildung habe ich jedoch fast ausschliesslich mit Maschinen gearbeitet. Der Handhobel reduzierte sich in meiner Ausbildung im Wesentlichen auf das Fasen von Kanten. Handwerkzeuge wie Stechbeitel, japanische Zugsägen sowie Spezialhobel – etwa Grund-, Nut- oder Profilhobel – spielten praktisch keine Rolle. Vieles von dem, was für Jahrhunderte zum Kern des Schreinerhandwerks gehörte, ist heute im Alltag kaum noch präsent. Nicht, weil es wertlos wäre, sondern weil es in einer Ausbildung, die stark auf Effizienz, Wiederholung und maschinelle Abläufe ausgerichtet ist, kaum noch Platz findet.

Darin zeigt sich für mich ein grundlegendes Spannungsfeld. Denn die maschinelle und serielle Arbeit, wie sie heute in den meisten Schreinereien Realität ist, entspricht nur bedingt dem, was ich mit diesem Handwerk verbinde.
Gewiss: Maschinen haben ihren Platz. Sie können entlasten, beschleunigen, wiederholbare Genauigkeit ermöglichen. Doch dort, wo das Handwerk sich ganz dem Takt der Maschine, der Logik der Serie und einem ausschliesslich auf Effizienz und Gewinnmaximierung ausgerichteten Arbeiten unterordnet, geht etwas Entscheidendes verloren.
Es geht nicht nur um Maschinen und Werkzeuge – es geht um Haltung. Und diese Haltung zeigt sich in der Art des Arbeitens: im Umgang mit Handwerkzeugen, in Techniken wie Marketerie und Intarsien, im Vergolden, im Dampfbiegen, in durchdachten Verbindungen oder in sorgfältigen Oberflächenlösungen – von klassischen Ausführungen wie Schellackpolitur, Öl- oder Wachsauftrag bis hin zu heutigen Verfahren.

Erst so entfaltet sich die eigentliche Vielfalt des Handwerks – und mit ihr die Individualität eines Möbels. Zugleich ist es die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Holz selbst, die diese Art des Arbeitens trägt und dem Möbel Tiefe verleiht.

Der Begriff „Werkstoff“ greift dafür allerdings zu kurz, denn Holz ist für mich nicht bloss Material. Es ist gewachsene Zeit. Es trägt Spannung, Richtung, Charakter, Eigenwillen und Geschichte in sich – ein eigenes Leben.

Vielleicht berührt mich gerade deshalb auch Nakashimas „The Soul of a Tree“: die Vorstellung, dass der Baum im Möbel ein zweites Leben erhält. Nicht als abstrakter Rohstoff, sondern als verwandelte Gegenwart.
Auch Sam Maloof beschreibt diese Beziehung zwischen Handwerker und Material als etwas zutiefst Persönliches – getragen von Respekt, von Hingabe und von dem Bewusstsein, Teil von etwas Grösserem zu sein.

In diesem Verständnis liegt auch das, was Odate beschreibt: Die Qualität entsteht im Zusammenspiel von Mensch, Material und Arbeit und wird im Werkstück als Ausdruck von Erfahrung, Geduld, Entscheidungen, Sorgfalt und Haltung erfahrbar.

Zwei Verbindungen können beide präzise sein – und doch spricht die eine mehr als die andere. Ein Möbel kann funktional sein und dennoch innerlich leer. Ein anderes kann dieselbe Funktion erfüllen und dabei Wärme, Ruhe und Stimmigkeit ausstrahlen.
Diese Qualität ist etwas, das sich kaum benennen lässt. Man spürt es.
Odate nennt es die menschliche Nuance – und genau darin zeigt sich für mich, was Handwerk ausmacht.

Vielleicht war genau diese Sehnsucht auch der Grund, weshalb ich nach meiner Lehre nicht einfach in den gewohnten Bahnen weitergehen konnte.
Stattdessen habe ich mich auf eine fünfjährige Lernreise begeben, die im kommenden Juli nun zu einem vorläufigen Abschluss kommt – auch wenn ich zutiefst davon überzeugt bin, dass man in diesem Beruf nie ausgelernt hat.
Die Welt der Holzverarbeitung ist so gross, so reich und so vielschichtig, dass jeder Tag neue Fragen, neue Einsichten und neue Demut mit sich bringt. Je länger ich mich mit Holz befasse, desto mehr lerne ich, es nicht nur zu bearbeiten, sondern zu lesen.

Mich beeindruckt besonders das Wissen der alten Meister. Ihr Verständnis für das Holz war nicht nur technisch, sondern beinahe dialogisch. Sie wussten, wie sich ein Brett verhalten würde, wie ein Baum gewachsen war, wo Spannung sass und in welche Richtung es sich bewegen würde. Sie begegneten dem Holz aus ihrer Erfahrung heraus: in der Konstruktion, in der Auswahl des richtigen Brettes und in Verbindungen, die mit dem Material arbeiten. So entstanden Möbel, Fenster und Türen von einer Qualität, die Generationen überdauerten.

Wenn ich heute auf meinen Weg blicke, wird mir immer klarer, was den Unterschied ausmacht: Es ist die Art des Arbeitens – getragen von Aufmerksamkeit, im Respekt vor dem Material und frei von Hast – die das Ergebnis prägt und dem Werk jene menschliche Nuance verleiht, von der Odate spricht.

Ich entwerfe und baue Möbel aus Massivholz als Unikate – nicht für einen anonymen Markt, sondern für die Menschen und den Ort, an dem sie ihren Platz finden.

In dieser Haltung entstehen in meiner Möbelmanufaktur und Restaurierungswerkstatt ab Januar 2027 neue Möbel – und bestehende Möbel werden bewahrt, restauriert und in ihrer Geschichte weitergeführt.

Chaska Schuler

English Version:

The Human Nuance

Why Toshio Odate’s reflections on woodworking resonate deeply with me

Recently, I read a text by Toshio Odate that touched me with a rare clarity (cf. image and PDF above; source: @toshio_odate, April 13, 2026).
It was not simply agreement, but rather a sense of recognition—as if someone had found words for something I have long carried within me, yet never quite managed to express so precisely.

Odate does not describe woodworking as a purely technical discipline or merely as a sum of skills and precision. Instead, he points to a dimension beyond that—an invisible quality that gives a piece its life. These thoughts articulate something that has accompanied me in my craft for a long time:

Woodworking is not only a matter of clean, tightly fit joinery,
but also a way to add richness, like rich soil adding nutrition to food.

Toshio Odate

Sculptor, woodworker, author and educator.

I completed a four-year apprenticeship as a cabinetmaker and graduated with a federal diploma (EFZ) in furniture making and interior construction. During my training, however, I worked almost exclusively with machines. The hand plane was largely reduced to chamfering edges. Hand tools such as chisels, Japanese pull saws, and specialized planes—like router planes, plow planes, or molding planes—played virtually no role. Much of what formed the core of woodworking for centuries is hardly present in everyday practice today—not because it has lost its value, but because there is little space for it in a training system shaped by efficiency, repetition, and machine-driven processes.

For me, this reveals a fundamental tension. The machine-based and serial work that defines most workshops today only partially corresponds to what I understand as craftsmanship.

Certainly, machines have their place. They can ease physical strain, increase speed, and enable repeatable precision. But where craftsmanship becomes entirely subordinated to the rhythm of machines, the logic of serial production, and a way of working focused solely on efficiency and profit maximization, something essential is lost.

It is not only about machines and tools—it is about attitude. And this attitude reveals itself in the way one works: in the use of hand tools, in techniques such as marquetry and inlay, in gilding, in steam bending, in thoughtful joinery, and in carefully executed surfaces—from traditional finishes such as shellac polishing, oiling, or waxing, to contemporary methods.

Only then does the true diversity of the craft unfold—and with it, the individuality of a piece of furniture. At the same time, it is the direct engagement with the material itself that sustains this way of working and gives depth to the object.

Yet the term “material” falls short. Wood, to me, is not merely a substance. It is time grown. It carries tension, direction, character, will, and history—its own kind of life.

Perhaps this is also why George Nakashima’s The Soul of a Tree resonates so deeply with me: the idea that a tree receives a second life within the furniture—not as an abstract raw material, but as a transformed presence.

Sam Maloof also describes this relationship between craftsperson and material as something deeply personal—shaped by respect, devotion, and an awareness of being part of something larger.

Within this understanding lies what Odate describes: quality emerges through the interplay of human, material, and work—and becomes tangible in the piece as an expression of experience, patience, decisions, care, and attitude.

Two joints may both be precise—and yet one speaks more than the other. A piece of furniture may be functional and still feel empty. Another may fulfill the same function while radiating warmth, calm, and coherence.

This quality is difficult to name. But it can be felt.

Odate calls it the human nuance—and for me, this is precisely what defines craftsmanship.

Perhaps it was this very longing that led me, after completing my apprenticeship, not to continue along the conventional path.

Instead, I embarked on a five-year journey of learning, which will come to a provisional conclusion this coming July—although I am deeply convinced that one never truly finishes learning in this profession.

The world of woodworking is so vast, so rich, and so layered that each day brings new questions, new insights, and a renewed sense of humility. The longer I work with wood, the more I learn not only to shape it, but to read it.

I am particularly inspired by the knowledge of the old masters. Their understanding of wood was not only technical, but almost dialogical. They knew how a board would behave, how a tree had grown, where tension lay, and in which direction it would move. They approached wood through experience: in construction, in the selection of the right board, and in joints that worked with the material rather than against it. In this way, furniture, windows, and doors were created with a quality that endured for generations.

When I look at my own path today, it becomes increasingly clear what makes the difference: it is the way of working—guided by attentiveness, respect for the material, and free from haste—that shapes the outcome and gives a piece that human nuance Odate speaks of.

I design and build furniture from solid wood as unique pieces—not for an anonymous market, but for the people and the places where they will find their home.

With this approach, from January 2027 onwards, new furniture will be created in my workshop, while existing pieces will be preserved, restored, and carried forward in their history.

Chaska Schuler

Farbige Schellack-Nuggets selbst herstellen – ideal zum Ausbessern von Holzfehlstellen und als Schildpatt-Ersatz

Farbige Schellack-Nuggets selbst herstellen – ideal zum Ausbessern von Holzfehlstellen und als Schildpatt-Ersatz

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In diesem Video zeige ich, wie ich Schellack-Nuggets selber herstelle, um Fehlstellen in Holz auszubessern.

Dazu schmelze ich Schellack zusammen mit natürlichen Farbpigmenten – in meinem Fall Schwarz – in einem Löffel über dem Bunsenbrenner, bis er vollständig flüssig ist.

Wichtig ist, das Pigment gut einzurühren, damit eine gleichmässige Farbe entsteht.

Den flüssigen, eingefärbten Schellack lasse ich anschliessend in Tropfen auf dem Hobeleisen abkühlen.
So entstehen feste Schellack-Nuggets, die ich später wieder erhitzen kann, um Fehlstellen, Risse oder Astlöcher in Brettern zu füllen.

Bei der Reparatur wird der Schellack erneut erhitzt, in die Fehlstelle eingeträufelt und nach dem Abkühlen plan geschabt und geschliffen. So lassen sich Holzoberflächen sauber ausbessern.

In der Restaurierung brauche ich farbigen Schellack bei kleinen Stellen als Ersatz für Schildpatt.

Siehe dazu das Video:

Colored Shellac Nuggets – ideal for Wood Repairs and as a Substitute for Tortoiseshell

Today I’m going to show you how I make shellac nuggets myself to repair defects in wood.

To do this, I melt shellac together with natural color pigments – in my case black – in a spoon over a Bunsen burner until it is completely liquid.
It’s important to stir the pigment well so that the color becomes uniform.

I then let the liquid, colored shellac cool in drops on a plane blade. This creates solid shellac nuggets that I can later reheat to fill defects, cracks, or knot holes in boards.

During the repair, the shellac is reheated, dripped into the damaged area, and after cooling it is scraped flush and sanded. This allows wood surfaces to be repaired cleanly.

In restoration work, I use colored shellac for small areas as a substitute for tortoiseshell.

See the video here:

Boulle Marquetry: Concave clamping caul, Brass Intarsia, and Coloured Shellac Fillings

Florenz & Pisa – Eine Studienreise ins Herz der Renaissance

Florenz & Pisa – Eine Studienreise ins Herz der Renaissance

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Es gibt Reisen, die nicht einfach nur Orte verbinden, sondern Epochen.

Unsere Studienreise nach Florenz und Pisa war genau das: eine Bewegung durch Raum – und durch Zeit.

Zwischen Marmor, Macht und Meisterwerken entfaltete sich eine Geschichte, die bis heute nachwirkt.

Pisa – Macht, Meer und das langsame Verschwinden der Küste

Schon der erste Blick auf den Arno macht klar: Pisa ist mehr als nur sein berühmter Turm. Der Fluss war einst die Lebensader einer der bedeutendsten Seerepubliken des Mittelalters.

Was heute überrascht: Pisa liegt gar nicht mehr direkt am Meer. Doch im Mittelalter war das anders. Durch die ständige Ablagerung von Sedimenten schob der Arno die Küstenlinie über Jahrhunderte immer weiter nach Westen. Das Land wuchs – und Pisa entfernte sich langsam vom Meer.

Pisa wurde nicht vom Meer verlassen – es wurde von seinem eigenen Fluss dorthin zurückgedrängt.

Diese geografische Veränderung fiel in eine Zeit politischer Umbrüche. Pisa stand im Wettbewerb mit den grossen Seemächten Genua, Amalfi und Venedig – ein Kampf um Handelsrouten, Einfluss und maritime Vorherrschaft. Die Niederlage in der Schlacht von Meloria markierte dabei einen Wendepunkt: Pisa verlor seine dominante Stellung auf See.

Doch die vielleicht folgenreichste Rivalität lag näher – entlang des Arno selbst.

Flussaufwärts entwickelte sich mit Florenz eine aufstrebende Wirtschaftsmacht. Während Pisa den Zugang zum Meer kontrollierte, war Florenz genau darauf angewiesen. Was geografisch wie eine Verbindung erscheint, wurde politisch zum Konflikt.

Lange Zeit bestand eine pragmatische Abhängigkeit – doch mit dem Aufstieg von Florenz verschob sich das Gleichgewicht. Pisa wurde vom Partner zum Hindernis. 1406 eroberte Florenz schliesslich die Stadt und sicherte sich damit genau das, was es immer gebraucht hatte: den freien Zugang zum Meer.

Piazza dei Miracoli – Ein steinernes Manifest

Der Piazza dei Miracoli ist kein zufälliges Ensemble, sondern ein bewusst inszeniertes Machtzeichen. Im 11. Jahrhundert demonstrierte Pisa hier seinen Reichtum – finanziert durch Handelsgewinne und Kriegsbeute aus dem gesamten Mittelmeerraum.

    • Der Schiefe Turm von Pisa (Torre Pendente di Pisa) ist ein berühmtes Missgeschick. Der weiche Untergrund liess ihn schon beim Bau kippen. Weniger bekannt ist, dass sich genau dadurch die Bauzeit über fast zwei Jahrhunderte erstreckte – immer wieder unterbrochen, um Lösungen zu finden.
    • Der Dom von Pisa (Cattedrale di Santa Maria Assunta) vereint byzantinische, islamische und romanische Einflüsse. Er ist ein architektonischer Beleg dafür, wie vernetzt das mittelalterliche Mittelmeer war.
    • Das Baptisterium von Pisa fasziniert durch seine Akustik: Ein einzelner Ton entfaltet sich zu einem mehrstimmigen Klang – ein Zusammenspiel von Architektur und Physik.
    • Der Camposanto Monumentale birgt eine besondere Legende: Die Erde soll aus Golgatha stammen. Ein heiliger Ort – und ein Ausdruck religiöser Ambition.
Florenz – Die Geburt des neuen Menschen

Florenz ist kein Museum. Es ist ein Denkraum. Hier wurde nicht nur Kunst geschaffen – hier entstand ein neues Verständnis vom Menschen.

Der Kontext dazu liegt im Humanismus, der in Italien etwa im 14. Jahrhundert begann und die Renaissance kulturell und intellektuell erst möglich machte. Humanisten wie Francesco Petrarca, Giovanni Boccaccio oder Leonardo Bruni rückten den Menschen in den Mittelpunkt des Denkens: seine Würde, seine Fähigkeiten, seine Vernunft. Antike Texte wurden wiederentdeckt, Bildung und kritisches Denken galten als Mittel zur Entfaltung des Individuums.

Florenz wurde so zum Laboratorium des „neuen Menschen“:

    • In der Malerei erhielten Figuren erstmals Körperlichkeit, Emotion und Perspektive – sie waren nicht länger nur Symbole, sondern handelnde, fühlende Menschen.
    • In der Architektur richteten sich Proportionen und Harmonie am menschlichen Mass aus, z. B. bei Santa Maria del Fiore oder Santa Maria Novella.
    • In der Politik wurde die Idee des mündigen Bürgers geboren: aktiv, verantwortungsvoll, gestaltend.

Die Renaissance fragte: Was kann der Mensch leisten? Wie gestaltet er sein Leben und seine Welt? Diese Fragen führten zu einer tiefgreifenden Neubewertung der Rolle des Individuums – weg von göttlicher Vorherbestimmung hin zu Selbstbestimmung, Kreativität und Verantwortung.

Florenz heute – Werte in der Gegenwart

Doch die Ideale, die hier im 15. Jahrhundert geboren wurden, werden heute wieder in Frage gestellt. In einer Welt der schnellen Information, globalen Krisen und digitalen Kontrolle stehen Freiheit, Verantwortung und Individualität unter Druck. Fragen, die damals revolutionär waren, sind erneut aktuell:

    • Wie nutzen wir unsere Freiheit und unsere Möglichkeiten verantwortungsvoll?
    • Wie schaffen wir Balance zwischen Eigeninteresse und Gemeinwohl?
    • Welche Rolle spielen Ethik, Kreativität und Bildung in einer zunehmend komplexen Welt?

Florenz zeigt: Diese Fragen sind kein abgeschlossenes Kapitel. Die Stadt des „neuen Menschen“ lädt uns heute noch ein, über unsere Verantwortung, unsere Werte und unser Handeln nachzudenken. Jeder Blick auf Kuppeln, Fresken und Brücken wird so zum Spiegel unserer eigenen Möglichkeiten.

Der Blick von oben – San Miniato al Monte

Die Basilika San Miniato al Monte (1018 – 1207) thront über der Stadt. Von hier aus wird sichtbar, wie konzentriert diese kulturelle Explosion stattfand.

Ihre Fassade folgt strengen geometrischen Prinzipien – ein früher Ausdruck jener Ordnung, die später zur Grundlage der Renaissance werden sollte.

Santa Maria del Fiore – Die Kuppel als Revolution

Der Dom von Florenz (Cattedrale di Santa Maria del Fiore; 1296 – 1436) steht im Zentrum dieser Entwicklung.
Die Kuppel von Filippo Brunelleschi war ein technisches Wagnis. Ohne zentrales Gerüst konstruiert und mit einem raffinierten Ziegelmuster stabilisiert, markiert sie den Moment, in dem antikes Wissen neu gedacht wurde.

Orsanmichele – Wirtschaft wird sichtbar

Die Orsanmichele zeigt, wie eng Wirtschaft und Religion verflochten waren. Das Gebäude wurde ursprünglich im Jahr 1337 als Getreidespeicher (Loggia) errichtet und später in eine Kirche umgewandelt . Zugleich wurde es zur Bühne der Zünfte, die ihren Einfluss in Form von Skulpturen sichtbar machten.

Ponte Vecchio – Die Inszenierung des Alltags

Der Ponte Vecchio (1335 – 1345) war einst ein Ort rauer Realität: Metzger, Abfälle, Gerüche. Erst die Medici verwandelten ihn durch die Ansiedlung von Goldschmieden in das ikonische Bild, das wir heute kennen.
Der „Gang des Adels“ über der Ponte Vecchio in Florenz heisst Corridoio Vasariano (Vasari-Korridor). Er wurde 1565 von Giorgio Vasari im Auftrag der Medici errichtet, um den Palazzo Vecchio mit dem Palazzo Pitti zu verbinden. Dieser erhöhte, etwa einen Kilometer lange Geheimgang verlief direkt über den Geschäften der Brücke und ermöglichte es der Herrscherfamilie, sich sicher und unbemerkt vom Volk zwischen ihren Palästen zu bewegen.

Macht und Verwaltung – Palazzo Vecchio & Uffizien

Der Palazzo Vecchio (1299 – 1314) steht für die politische Ordnung der Republik – wehrhaft, funktional, bewusst kontrollierend.

Die Uffizien-Galerie (Galleria degli Uffizi; 1560 – 1581) zeigen einen weiteren Wandel: Verwaltung wird zur Sammlung, Bürokratie zur Kultur. Hier beginnt das moderne Verständnis von Museum.

Die Welt der Medici – Inszenierte Macht

Mit dem Palazzo Pitti (erste Bauphase 1458 – 1465, letzte Ausbauten 1631) und dem Boboli-Garten (ab etwa 1550 angelegt) schufen die Medici eine neue Form der Repräsentation. Natur wird gestaltet, Perspektiven werden inszeniert – Macht wird sichtbar gemacht.

Die Brancacci-Kapelle – Der Beginn der Wirklichkeit

In der Brancacci-Kapelle in der Kirche Santa Maria del Carmine (15. Jh.) – veränderte sich die Malerei grundlegend. Masaccio schuf Figuren mit Gewicht, Emotion und Raum.

Hier beginnt die Kunst, die Welt so darzustellen, wie wir sie sehen.

Das Bargello – Zwei Gesichter der Stadt

Der Palazzo del Bargello (1255 – 1261/1346) zeigt eine andere Seite von Florenz: Gericht, Gefängnis, Kontrolle. Die Stadt der Kunst war zugleich eine Stadt strenger Ordnung.

Die Medici und die Ewigkeit

Die Cappella dei Principi (1604 – 1640) ist ein Monument dynastischer Selbstinszenierung. Hier wird sichtbar, wie sich die Republik zur Fürstenherrschaft wandelte.

Die „Paradiestür“ – Ein neuer Blick

Die Paradiestür (Porta del Paradiso, 1452) am Baptisterium San Giovanni (1425 – 1452), geschaffen von Lorenzo Ghiberti, eröffnet eine neue Dimension von Raum, Perspektive, Tiefe. Ein Übergang von der mittelalterlichen zur modernen Bildsprache.

Santa Maria Novella – Architektur als Idee

Die Santa Maria Novella (1279 – 1357; Fassade: 1456 – 1470) vereint Glauben und Mathematik. Leon Battista Alberti schuf hier eine Fassade, die auf klaren Proportionen basiert – ein gebautes Denken.

Zwischen Zufall und Genie

Florenz und Pisa erzählen gemeinsam eine Geschichte, die grösser ist als ihre Monumente.

Hier begegnen sich Natur und Gestaltung, Macht und Abhängigkeit, Zufall und menschliche Genialität.

Zwischen einem schiefen Turm und einer perfekten Kuppel entsteht eine Frage, die bis heute nachhallt:

Was kann der Mensch erschaffen – und was entzieht sich seiner Kontrolle?

Und vielleicht liegt genau darin die Faszination dieser Reise:
Dass wir nicht nur Orte besuchen, sondern Ideen – die unsere Welt bis heute prägen.

English version

Florence & Pisa
– A Study Trip into the Heart of the Renaissance

Some journeys do more than connect places – they connect eras. Our study trip to Florence and Pisa was exactly that: a movement through space – and through time. Between marble, power, and masterpieces, a story unfolded that continues to resonate today.

Pisa – Power, the Sea, and the Slow Disappearance of the Coast

At first glance, the Arno River makes it clear: Pisa is more than just its famous tower. The river was once the lifeline of one of the most important maritime republics of the Middle Ages.

What surprises today: Pisa is no longer directly on the sea. But in the Middle Ages, it was different. Over centuries, the Arno deposited sediments that pushed the coastline further west. The land grew – and Pisa slowly moved away from the sea.

Pisa was not abandoned by the sea – it was pushed inland by its own river.

This geographic shift occurred during a time of political upheaval. Pisa competed with the great maritime powers of Genoa, Amalfi, and Venice – a struggle for trade routes, influence, and maritime dominance. The defeat at the Battle of Meloria marked a turning point: Pisa lost its dominant position at sea.

Yet the perhaps most consequential rivalry was closer – along the Arno itself.

Upstream, Florence emerged as a rising economic power. While Pisa controlled access to the sea, Florence depended on it. What seemed geographically like a natural connection became politically a conflict.

For a long time, there was a pragmatic interdependence – but with Florence’s rise, the balance shifted. Pisa went from partner to obstacle. In 1406, Florence finally conquered the city, securing exactly what it had always needed: free access to the sea.

Piazza dei Miracoli – A Stone Manifesto

The Piazza dei Miracoli is not a random ensemble, but a deliberately staged symbol of power. In the 11th century, Pisa demonstrated its wealth here – financed by trade profits and war spoils across the Mediterranean.

    • The Leaning Tower of Pisa (Torre Pendente di Pisa) is a famous accident. Its soft foundation caused it to tilt during construction. Less known is that this is why the building period stretched over nearly two centuries, repeatedly interrupted to find solutions.
    • Pisa Cathedral (Cattedrale di Santa Maria Assunta) combines Byzantine, Islamic, and Romanesque influences. It is an architectural testament to the interconnectedness of the medieval Mediterranean.
    • The Baptistery of Pisa fascinates with its acoustics: a single note unfolds into a multi-voiced sound – a dialogue of architecture and physics.
    • The Camposanto Monumentale carries a special legend: the soil is said to come from Golgotha. A sacred place – and an expression of religious ambition.

Florence – The Birth of the New Human

Florence is not a museum. It is a space for thinking. Here, not only art was created – here, a new understanding of humanity emerged.

The context lies in Humanism, which began in Italy around the 14th century and made the Renaissance culturally and intellectually possible. Humanists such as Francesco Petrarch, Giovanni Boccaccio, and Leonardo Bruni placed humans at the center of thought: their dignity, abilities, and reason. Ancient texts were rediscovered, education and critical thinking became means of developing the individual.

Florence became the laboratory of the “new human”:

    • In painting, figures gained corporeality, emotion, and perspective for the first time – no longer just symbols, but acting, feeling humans.
    • In architecture, proportions and harmony were aligned to human scale, as seen in Santa Maria del Fiore or Santa Maria Novella.
    • In politics, the idea of the responsible, active citizen was born – empowered to shape society.

The Renaissance asked: What can humans achieve? How do they shape their life and their world? These questions led to a profound reassessment of the individual’s role – moving from divine predestination to self-determination, creativity, and responsibility.

Florence Today – Values in the Present

Yet the ideals born here in the 15th century are being questioned again today. In a world of rapid information, global crises, and digital control, freedom, responsibility, and individuality are under pressure. Questions that were revolutionary then remain urgent:

    • How do we use our freedom and abilities responsibly?
    • How do we balance self-interest with the common good?
    • What role do ethics, creativity, and education play in an increasingly complex world?

Florence shows that these questions are not a closed chapter. The city of the “new human” still invites us to reflect on our responsibility, values, and actions. Every view of domes, frescoes, and bridges becomes a mirror of our own potential.

The View from Above – San Miniato al Monte

The Basilica of San Miniato al Monte towers above the city. From here, the concentration of this cultural explosion becomes visible. Its façade follows strict geometric principles – an early expression of the order that would become the foundation of the Renaissance.

Santa Maria del Fiore – The Dome as Revolution

Florence Cathedral (Cattedrale di Santa Maria del Fiore) lies at the center of this development. The dome by Filippo Brunelleschi was a technical gamble. Constructed without a central scaffold and stabilized by an ingenious brick pattern, it marks the moment when ancient knowledge was rethought.

Orsanmichele – Economy Made Visible

Orsanmichele shows how closely economy and religion were intertwined. Originally a grain store, the building became a church – and simultaneously a stage for the guilds, which displayed their influence through sculptures.

Ponte Vecchio – The Staging of Everyday Life

The Ponte Vecchio was once a place of harsh reality: butchers, waste, and odors. The Medici transformed it by establishing goldsmiths, creating the iconic bridge we know today.

The “Noble Walk” above the Ponte Vecchio in Florence is called the Corridoio Vasariano (Vasari Corridor). It was built in 1565 by Giorgio Vasari on behalf of the Medici to connect the Palazzo Vecchio with the Palazzo Pitti. This elevated, approximately one-kilometer-long secret passage ran directly above the shops on the bridge, allowing the ruling family to move safely and unseen by the public between their palaces.

Power and Administration – Palazzo Vecchio & Uffizi

Palazzo Vecchio embodies the political order of the Republic – fortified, functional, consciously controlling.
The Uffizi Gallery (Galleria degli Uffizi) demonstrates another shift: administration becomes collection, bureaucracy becomes culture. Here begins the modern concept of a museum.

The World of the Medici – Staged Power

With Palazzo Pitti and the Boboli Gardens, the Medici created a new form of representation. Nature is shaped, perspectives staged – power made visible.

The Brancacci Chapel – The Beginning of Reality

In the Brancacci Chapel, painting underwent a fundamental transformation. Masaccio created figures with weight, emotion, and spatial depth. Here, art begins to depict the world as we see it.

The Bargello – Two Faces of the City

Palazzo del Bargello reveals another side of Florence: court, prison, control. The city of art was simultaneously a city of strict order.

The Medici and Eternity

The Cappella dei Principi is a monument of dynastic self-presentation. Here, the transformation from republic to princely rule becomes visible.

The “Gates of Paradise” – A New Perspective

The Porta del Paradiso by Lorenzo Ghiberti opens a new dimension: space, perspective, depth. A transition from medieval to modern visual language.

Santa Maria Novella – Architecture as Idea

Santa Maria Novella unites faith and mathematics. Leon Battista Alberti designed a façade based on clear proportions – architecture as a form of thought.

Between Chance and Genius

Florence and Pisa together tell a story larger than their monuments. Here, nature meets design, power meets dependency, and chance meets human ingenuity.

Between a leaning tower and a perfect dome emerges a question that resonates to this day:

What can humans create – and what eludes their control?

And perhaps therein lies the fascination of this journey: that we do not visit only places, but ideas – ideas that continue to shape our world.

Holzbildhauerei

Holzbildhauerei

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Schnitzkurs

Drei Tage Schnitzen bei Max Valentin Fischer – ein echtes Highlight.

Danke für dieses inspirierende Erlebnis! 🌿🪓

Mehr zu Valentin:

Seine Arbeit vereint traditionelle Bildhauerei mit Naturmaterialien und einen spürbaren Respekt vor der Natur.

Auf seiner Website https://www.mavalfi.com erfährt man mehr über seine Tätigkeit als Bildhauer (seit 2021) und Restaurator (seit 2024).

Instagram: @mavalfi

Carving course

Three days of wood carving with Max Valentin Fischer – a real highlight.

Thank you for this inspiring experience! 🌿🪓

 

More about Valentin:
His work combines traditional sculpture with natural materials and a deep respect for nature.

Further information about his work as a sculptor (since 2021) and restorer (since 2024) is available on his website www.mavalfi.com.

Instagram: @mavalfi

Serviertablett – dreitägiger Holzbearbeitungskurs

Serviertablett – dreitägiger Holzbearbeitungskurs

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In diesem neuen dreitägigen Kurs dreht sich alles um entschleunigtes, präzises Arbeiten mit Handwerkzeugen – und um ein Objekt, das Funktion, Ästhetik und Handwerk verbindet: ein Serviertablett aus Massivholz.

Wir arbeiten bewusst mit möglichst vielen Handwerkzeugen:
Japansägen, Kombinations- und Putzhobel, Nuthobel, Grundhobel, Stechbeitel, Bohrer, Schleifpapier und mehr. Ziel ist es, Holz wirklich zu lesen, zu spüren und Schritt für Schritt in Form zu bringen – ruhig, konzentriert und mit viel Handarbeit.

Ein zentrales konstruktives Element ist die Verbindung der Quer- und Längsfriese (also der kurzen und langen Seitenwände): In die Längsfriese werde je zwei Nuten eingearbeitet, in die die Querfriese eingesetzt und mit japanischen, konischen Holznägeln dauerhaft fixiert werden. Diese Verbindung ist schlicht, stabil und handwerklich perfekt geeignet, um präzises Arbeiten zu üben.

Ein besonderes gestalterisches Element sind die Längsfriese des Tabletts: Ihre Form ist inspiriert von der geschwungenen Silhouette japanischer Tempeldächer. Diese stilisierte Kontur wird mit der Shaper Origin ausgefräst und verbindet traditionelle Handarbeit mit moderner Präzision.

Das im Video gezeigte Serviertablett habe ich aus drei Massivhölzern gefertigt:

  • Ahorn für die Längsseiten
  • Buche für die Querseiten und Handgriffe
  • Kirsche für den Boden

Die Handgriffe bestehen aus Buchenstäben, die mit Baumwollschnur ummantelt und mit Weissleim überstrichen werden – so bleiben sie angenehm griffig und unempfindlich gegenüber Schmutz.

Als Oberflächenbehandlung nutzen wir kaltgepresstes Leinöl: Es ist lebensmittelecht, pflegefreundlich, leicht erneuerbar und unterstreicht die natürliche Schönheit des Holzes.

Dieser Kurs richtet sich an alle, die Lust auf Handwerk haben, neue Werkzeuge kennenlernen und ein hochwertiges, langlebiges Objekt mit eigenen Händen herstellen möchten.

📅 Das Kursprogramm 2027 wird im Herbst hier aufgeschaltet. Wenn Sie Interesse an diesem Kurs haben oder künftig über mein Kursangebot informiert werden möchten, schreiben Sie mir gerne eine E-Mail.

English Version:

Serving Tray –

Two-Day Woodworking Course
 

In this new two-day course, everything revolves around unhurried, precise work with hand tools—and around an object that brings together function, aesthetics, and craftsmanship: a solid-wood serving tray.

We deliberately work with as many hand tools as possible: Japanese saws, combination and smoothing planes, plough planes, router planes, chisels, drills, sandpaper, and more. The goal is to truly read and feel the wood and to shape it step by step—calmly, with focus, and through a great deal of hands-on work.

A central structural element is the joint between the cross rails and the long rails (the short and long side walls). Two grooves are cut into each long rail, into which the cross rails are fitted and permanently fixed with Japanese tapered wooden pegs. This joint is simple, strong, and perfectly suited to practicing precise craftsmanship.

A distinctive design feature of the tray is the shape of the long rails. Their form is inspired by the sweeping silhouette of Japanese temple roofs. This stylized contour is milled using the Shaper Origin, combining traditional handwork with modern precision.

The serving tray shown in the video was made from three solid woods:

  • Maple for the long sides
  • Beech for the short sides and handles
  • Cherry for the base

The handles are made from beech dowels wrapped with cotton cord and coated with white glue. This makes them pleasantly grippy and resistant to dirt.

For the surface finish, we use cold-pressed linseed oil. It is food-safe, easy to maintain, simple to renew, and highlights the natural beauty of the wood.

This course is aimed at anyone who enjoys craftsmanship, wants to get to know new tools, and would like to create a high-quality, durable object with their own hands.

📅 The 2027 course program will be published here in autumn. If you are interested in this course or wish to receive future information about my courses, please feel free to email me.