Nachttisch aus Kiefer, Nussbaumfurnier und Sipo

Nachttisch aus Kiefer, Nussbaumfurnier und Sipo

Dreibeinhocker

Das Nachttischchen habe ich im Rahmenbau gefertigt.

Die Rahmen und das Deckblatt bestehen aus Kiefer. Die Füllungen aus MDF.

Das Türchenfutter ist eine MDF-Platte, die ich mit einem Nussfurnier versehen habe. Veredelt wurde die Oberfläche mit zwölf Schellackaufträgen.

Ich mache Ihnen gerne eine Offerte für Ihr Nachttischchen. Treffen Sie Ihre ganz persönliche Holzauswahl.

Legen Sie Wert auf echtes Handwerk? In den nachfolgenden Videos erfahren Sie mehr über den Herstellungsprozess. 

Dreibeinhocker

Dreibeinhocker

Dreibeinhocker

Der rechte Dreibeinhocker besteht aus Buche.

Für den linken Dreibeinhocker habe ich Buche, Esche und Sipo verwendet.

Treffen Sie Ihre persönliche Holzauswahl. Ich mache Ihnen gerne eine Offerte für Ihren individuellen Dreibeinhocker.

Legen Sie Wert auf echtes Handwerk? Im nachfolgenden Video erfahren Sie mehr über den Herstellungsprozess. 

Oberflächenaufbau Furnier

Oberflächenaufbau Furnier

Fertige Holzbox aus Ahorn mit furniertem Deckel

Den Deckel meiner Holzbox habe ich mit unterschiedlichem Furnier belegt.

Zudem habe ich den Deckel auch im Innenbereich sowie den Boden beidseitig furniert.

Im Folgenden beschreibe ich den Oberflächenaufbau.

Schellack auftragen:

Nachdem das Furnier in der Vakuumpresse getrocknet hat, wird der Schellack während 3 bis 6 Tagen jeweils dreimal pro Tag – beispielsweise morgens, mittags und abends – mit einem Pinsel aufgebracht (vgl. folgendes Video)

Am darauffolgenden Tag wird die Oberfläche mit 320er Schleifpapier egalisiert und der Prozess startet von neuem.

Nach etwa 12 Aufträgen beginnt die Oberfläche zu glänzen.

Rezept für Streichschellack:

1 Kilogramm Schellackflocken und 4 Liter Ethanol werden in einem verschliessbaren Kunststoffkanister vermischt. Dies ergibt ein Mischungsverhältnis von 1 : 3, da 4 Liter Ethanol nur ca. 3 Kilogramm schwer sind.

Ethanol ist zum Auflösen der Schellackflocken besser geeignet als Isopropanol. Der Kanister muss immer wieder gedreht werden, damit sich die Flocken auflösen können. Dieser Prozess dauert, abhängig von der Dicke der Schellackflocken, etwa ein bis zwei Wochen.

Diese 1 : 3-Mischung ist eine Stammlösung.

Es ist nicht die Mischung, die man für eine Politur oder als Streichmischung brauchen kann.
Diese Stammlösung wird nochmals verdünnt mit Isopropanol:

1 : 6 für Porenfüllung
1 : 3 für die Deckpolitur
1 : 6 für die Streichmischung

Isopropanol ist aus Erdöl und Ethanol ist das Resultat aus Gärungsprozessen.

Isopropanol ist weniger aggressiv und eignet sich für die Endmischungen besser. Die Gefahr ist geringer, vorhergehende Schellackschichten wieder durch den neuen Auftrag abzulösen.

Die Stammlösung (1 : 3) kann man mit Schleifstaub vermischen, wodurch ein wunderbarer Kitt entsteht, den man sehr gut für Holzoberflächen benutzen kann. Damit der Farbton stimmt, kann man in diesen Kitt auch Farbpigmente einstreuen.

Zum Streichen von Möbeln nimmt man die Mischung 1 : 6 (Porenfüllmischung). Früher wurde der Innenbereich von Küchenmöbeln mit Schellack ausgepinselt, da Schellack Gerüche bindet.

Oberfläche ausbessern

Anschliessend wir die Oberfläche mit Reparaturwachs ausgebessert (vgl. Video «🐝 Ausbessern des Furniers mit Reparaturwachs»)

Darauf folgt ein Zwischenschliff mit 320er Körnung sowie mit Stahlwolle, damit alle Fingerabdrücke und Wachsflecken verschwinden. Der Feinheitsgrad 000 der Stahwolle ist perfekt für den Zwischenschliff auf Lack und Schelllack geeignet.

Politur auftragen

Dann wird die Oberfläche mit einer Autopolitur aufpoliert. Dazu vermischt man die Politur mit etwas Wasser, trägt sie mit einem Polierschwamm auf und „massiert“ sie mit leichtem Druck und kleinen kreisenden Bewegungen in den Lack ein.

Bevor die Politur zu trocknen beginnt, wird die Oberfläche mit einem Mikrofasertuch mit mässigem Druck entgegen der bisherigen Polierrichtung über die behandelte Fläche nachpoliert.

Versiegeln

Zum Schluss wird die Oberfläche mit einem farblosen Klarwachs versiegelt. Dieser wird mit einem Baumwolllappen aufgetragen.

Die Spirale – Ausdruck der Lebensenergie

Die Spirale – Ausdruck der Lebensenergie

Die Spirale - Ausdruck der Lebensenergie

In seiner Arbeit «Spiralform, Lebensenergie» zeichnet Hanspeter Seiler die kulturgeschichtliche Entwicklung der Spirale als Ausdruck einer sich in Wirbelform manifestierenden kosmischen Lebensenergie nach, die bis zu den Maoris und der Nazca-Kultur in Peru führt.

Viele dieser urzeitlichen Spiralkulturen waren matrifokale Gesellschaften, die mit grosser Wahrscheinlichkeit Kenntnis von einer kosmischen Lebensenergie hatten.

Das Konzept dieser universellen Lebensenergie ist ebenfalls tief in der Alltagskultur der indigenen Bevölkerung der Anden verankert.

Die Chakana, die in Kurzform das komplette Leben der Inkas symbolisiert, findet man auch in Verbindung mit der Spirale – also der Repräsentation der Lebensenergie.

Der Schlüssel zur andinen Weltanschauung liegt im Verständnis von Kausay Pacha, dem Universum. Kausay, die lebendige Energie bzw. das Leben selbst, ist das Basismaterial, um die Realität zu konstruieren.

Wir Menschen sind eine Form von Kausay aber ebenso die Sonne, der Mond oder die Berge. Und da wir alle aus dem gleichen Material geschaffen sind, besteht eine grosse Chance, dass wir miteinander direkt kommunizieren können.

Ein Stuhl oder ein Tisch, den ich erschaffe, lebt genauso wie eine Blume oder ein Stein. Alles, was aus Kausay besteht, strahlt Kausay aus. Alles durchdringt sich.

Die andine Welt ist nicht die einzige, die diesen Faktor der Realität gefunden hat. Die Inkas nennen es „Kausay“, die Hindus „Prana“, die Japaner „Ki“, die Chinesen „Chi“ und sogar die Christen haben dafür einen Namen: den heiligen Geist.

Sobald wir Kausay bewusst wahrnehmen, können wir im Gleichklang handeln und das erschaffen, was wir brauchen.

Nur mit Hilfe unserer Intention, also unseres Geistes bzw. unserer Vorstellungskraft lässt sie sich bewegen und zum Fliessen bringen.

Die Spirale ist ein weibliches Symbol, ein Sinnbild für die ewige Erneuerung des Lebens, für die schöpferischer Gestaltwerdung, für das Kommen und Gehen und für den Tod und die Wiedergeburt.

Aus diesem Grund hat die Chakana sowie die Spirale Eingang in mein Logo gefunden. Mein Name bedeutet in der Sprache der Inkas (Quechua) «Stern» bzw. «Venus».

Logo ChaskART mit Chakana, Spirale und Venus
Sam Maloof - Gedanken im Vatikan Aus: Maloof, Sam: SAM MALOOF WOODWORKER. Kodansha USA, Inc.. New York. 2013. S. 100

1978 nahm der amerikanische Möbeldesigner und Woodworker SAM MALOOF an einem Seminar im Vatikan mit dem Thema «Handwerk in der Religion» teil.

Während seiner Rede betrachtete er den wundervollen Gewölbegang, das Mauerwerk und die Steinmetzarbeiten, die von gewöhnlichen Handwerkern ausgeführt worden waren.

Seine Gedanken dazu sprechen mir aus dem Herzen:

„Ich bin mir sicher, dass diese Handwerker stolz auf ihre Arbeit waren und sie gerne taten. Ich kann es nicht oft genug wiederholen: Ich habe immer daran geglaubt, dass die meisten Menschen, die mit ihren Händen arbeiten, eine Verbindung zwischen sich und ihrem Material erleben. (…) und die Achtung, die der Handwerker für das Material empfindet und auch für das Wunder seiner eigenen Begabung, führt zu Gott, dem Meister aller Handwerke, dem Schöpfer aller Dinge, der uns und unsere Hände als Werkzeug einsetzt, um diese schönen Dinge zu schaffen.

Umringt von schönen Arbeiten, sass ich dort im Vatikan und war dankbar für das Glück, das ich habe, mit meinen Händen arbeiten zu können.”

Quelle: Maloof, Sam: SAMMALOOFWOODWORKER. Kodansha USA, Inc..NewYork. 2013. S. 53

Sitzbank aus Thuja mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord)

Sitzbank aus Thuja mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord)

Sitzbank aus Thuja mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord)

Von einem Urner Holzhändler konnte ich Thujabretter erstehen.

Daraus entstand dieser Sitzbank mit gewebter Sitzfläche im Schachbrettmuster (Danish paper cord).

Bei uns in Europa kennt man Thuja insbesondere als Hecke oder Zierstrauch. 

Der grösste Baum seiner Gattung (Quinault Lake Cedar) war 53 m hoch und stand nördlich des Quinault Lake in den Olympic Mountains (Washington).

Der 1000-jährige Baum, dessen Geschichte bis zum Ende der Eiszeit zurückreicht, wurde im Juli 2016 durch heftige Stürme gefällt. Der Stamm mit einem Durchmesser von 594 cm war hohl und dennoch wies der Baum ein Volumen von 500 Kubikmeter auf.

Bau eines Modells

Gemäss meiner Skizze baute ich zuerst ein Modell im Massstab 1 : 5.

 

Im Folgenden einige Fotos von der Entstehung des Modells.

Sitzbank, Modell 1 : 5

Nachdem die Thujabohlen sich gut einen Monat in der Werkstatt akklimatisiert hatten, begann die Arbeit am Möbel.

 

Grobzuschnitt

Zuerst habe ich die Bohlen grob zugeschnitten, dann ausgehobelt und zum Schluss die einzelnen Bankteile auf der Formatkreissäge abgelängt.

Verleimen

Rückenlehne: Profil herstellen

Sitzbankrahmen

Dann habe ich den Rahmen des Sitzbankes gebaut, sowie die Banklehne profiliert

    • Domino-Zapfenlöcher fräsen 
    • Zapfenlöcher für die Spindeln bohren
    • Profil zuschneiden und hobeln
    • Fasen / Schleifen
    • Verleimen (vgl. Video unten)
    • Profil der Banklehne mit Handhobel ausarbeiten (vgl. Video unten)

7 Spindeln

Nun drechselte ich die Spindeln (vgl. Video unten).

Vor dem Verleimen der Spindeln trockne ich die Enden in einem kleinen Holztrocknungsofen.

Die Zapfen schwinden ca. 2/10 mm. Mit dem Leim quellen sie dann im Zapfenloch wieder auf, wodurch eine stramme Verbindung entsteht.

Spindelzapfen trocknen
einzapfenloch mit der Methode von Drew Langsner bohren

Anschliessend bohrte ich die Beinzapfenlöcher mit der Methode von Drew Langsner:

Der frontale und seitliche Neigungswinkel der Bankbeine beträgt 10°. Der Bohrwinkel beträgt daher 14° auf den 45°-Linien, die von den Bohrlöchern ausgehen. Mit dieser Methode muss man sich immer noch auf zwei Winkel konzentrieren, doch einer ist immer 90°.
Tönt kompliziert?
Mit den Tabellen im inspirierenden Buch «The Chairmaker’s Workshop» von Drew Langsner ist dies eine einfache Sache!
Vielen herzlichen Dank, Drew, für dein inspirierendes Buch!

Bankbeine

Dann drechselte ich die vier Beine.

Dabei muss man wieder sehr genau die Zapfendicke drechseln, damit sie nach dem Trocknen genau ins Loch passen und mit dem Leim dann aufquellen können.

Die Zapfen werden mit der Bandsäge geschlitzt, sodass sie mit Keilen im Zapfenloch fixiert werden können.

Beine mit Zapfen drechseln
Beine mit Zapfen drechseln
Zapfen einpassen
Keilschlitze mit der Bandsäge sägen

Position der Verbindungsstege bestimmen und sie drechseln

Anschliessend bestimmte ich mit dem Laser die Position der Verbindungsstege sowie mit dem Centerfinder die Mitte der Beine.

Darauf bohrte ich die Zapfenlöcher. Nun konnte ich die Länge der beiden Verbindungsstege ermitteln und sie exakt drechseln. 

Arbeit am Mittelsteg

Da der Mittelsteg aufgrund seiner Länge nicht gedrechselt werden konnte, habe ich die Kantel auf der Abrichte in ein Achteck verwandelt und anschliessend von Hand den Rundstab herausgearbeitet.

Dann „spitzte“  ich mit dem Zapfenschneider die beiden Zapfen an und hobelte die Enden des Rundstabes konisch aus (vgl. Video unten)

Nach dem Zusammenbau habe ich mit 608 m Danish paper cord das Schachbrettmuster beidseitg gewebt.

Chaska relaxing auf der Thujasitzbank