Restaurierung des Hochaltars der Pfarrkirche St. Michael in Seehausen am Staffelsee

Restaurierung des Hochaltars der Pfarrkirche St. Michael in Seehausen am Staffelsee

The English version of my blog entry can be found below.

Eine besondere Abschlusswoche meines Studiums ✨

Gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Abschlussjahrgang der Fachakademie für Restaurierung von Möbeln und Holzobjekten am Goering Institut durfte ich an einem ganz besonderen Projekt mitwirken: der ersten Projektphase der Restaurierung des Hochaltars der Pfarrkirche St. Michael in Seehausen am Staffelsee.

Die aktuellen Maßnahmen stellen die ersten umfangreichen Restaurierungsarbeiten am Hochaltar seit der letzten bekannten Restaurierung in den 1960er Jahren dar.

Der Hochaltar entstand um 1775/1870 und prägt mit seiner marmorierten Architektur, den vergoldeten Details, den Skulpturen der Erzengel Michael und Raphael sowie dem Altarbild des Letzten Abendmahls den Chorraum der Kirche. Seit beinahe 250 Jahre begleitet er zahlreiche Generationen und trägt heute die Spuren seiner Geschichte sichtbar in sich.

Gerade diese Spuren machen Restaurierung so spannend. Unser Ziel war es nicht, historische Oberflächen „neu“ erscheinen zu lassen, sondern die originale Substanz zu bewahren und ihre Geschichte weiterhin lesbar zu erhalten. Jede Maßnahme wurde deshalb sorgfältig geplant, untersucht und dokumentiert.

Bereits im Vorfeld waren umfangreiche Voruntersuchungen durchgeführt worden. Dazu gehörten die Erfassung des Erhaltungszustandes, materialkundliche Beobachtungen sowie Lösemitteltests, um geeignete Reinigungsmethoden zu bestimmen, ohne die historische Fassung zu gefährden. Die Ergebnisse bildeten die Grundlage sämtlicher restauratorischer Entscheidungen.

Eine besondere Erfahrung dieses Projektes war die Arbeit direkt am originalen Standort. Anders als bei Restaurierungsarbeiten in der Werkstatt erfolgten die Maßnahmen hier unmittelbar im Kirchenraum – an einem historischen Objekt, das nicht nur musealen Charakter besitzt, sondern bis heute Teil des kirchlichen Lebens ist. Diese Verbindung von praktischer Restaurierung, Denkmalpflege und einem lebendigen Umfeld machte die Arbeit für uns besonders wertvoll.

Während dieser ersten Projektkampagne arbeiteten wir ausschließlich im unteren, ohne Gerüst erreichbaren Bereich des Hochaltars. Dort zeigten sich typische Alterungserscheinungen: Verschmutzungen, lose Fassungsbereiche, kleinere und größere Fehlstellen, gealterte Retuschen sowie konstruktionsbedingte Schäden am Holz.

Den Schwerpunkt unserer Arbeiten bildete die konservatorische Sicherung der historischen Substanz. Gefährdete Fassungs- und Farbschichten wurden mit Gelatine gefestigt und wieder mit dem Untergrund verbunden. Schwundrisse und konstruktionsbedingte Fugen wurden mit Ausspänungen aus Balsaholz stabilisiert. Dieses dient als Puffer für die natürliche Bewegung des Holzes und bildet eine geeignete Grundlage für die anschließenden Kitt- und Fassungsarbeiten.

Anschließend erfolgte eine differenzierte Reinigung der verschiedenen Oberflächen. Je nach Material reagierten die historischen Fassungen sehr unterschiedlich, weshalb jeder Bereich individuell behandelt wurde. Verschmutzungen und Ablagerungen wurden vorsichtig entfernt, wobei empfindliche Vergoldungen und ungeschützte Bereiche mit speziell abgestimmten konservatorischen Methoden behandelt wurden, um die originale Oberfläche bestmöglich zu erhalten.

Fehlstellen wurden anschließend mit einem traditionellen Kreidegrund aufgebaut, sorgfältig an das vorhandene Niveau angepasst und danach retuschiert. Ziel war dabei keine vollständige Rekonstruktion, sondern eine ruhige und geschlossene Gesamtwirkung, bei der originale und ergänzte Bereiche auch künftig nachvollziehbar bleiben. Größere Fehlstellen in den Vergoldungen wurden mit Blattgold ergänzt, kleinere Bereiche durch zurückhaltende Retuschen optisch integriert.

Besonders faszinierend war die Marmorierung des Altars. Was aus der Ferne wie massiver Naturstein wirkt, ist tatsächlich eine meisterhaft auf Holz ausgeführte Illusionsmalerei. Solche historischen Fassungen verlangen ein hohes Maß an handwerklichem Können, Materialkenntnis und Respekt vor der originalen Ausführung.

Die Ausbildung am Goering Institut verbindet theoretische Grundlagen mit einem hohen Praxisanteil. Dadurch erhalten die Studierenden die Möglichkeit, historische Objekte direkt am Original zu untersuchen und restauratorische Maßnahmen unter fachlicher Begleitung umzusetzen. Sämtliche Arbeitsschritte wurden in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Dozenten und dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege durchgeführt. Vor der Umsetzung wurden Musterflächen angelegt und abgestimmt, um Materialität, Farbigkeit und Erscheinungsbild der geplanten Maßnahmen sorgfältig zu überprüfen.

Restaurierung bedeutet deshalb weit mehr als handwerkliches Arbeiten. Jede Entscheidung basiert auf Untersuchungen, restaurierungsethischen Grundsätzen und einem respektvollen Umgang mit der erhaltenen Substanz. Ziel aller Maßnahmen ist der langfristige Erhalt dieses bedeutenden Kulturdenkmals für kommende Generationen.

Für mich persönlich war dieses Projekt ein besonderer Abschluss meines Studiums. Nach drei intensiven Ausbildungsjahren am Goering Institut war es eine große Freude, das erlernte Wissen gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen an einem bedeutenden Kulturdenkmal anwenden zu dürfen.

Drohnenaufnahmen: © Michael Guglhör

Murnauer Tagblatt, 17.07.2026:
„Schönheitskur für den Altarraum“ – Bericht über die Restaurierung des Hochaltars der Pfarrkirche St. Michael in Seehausen am Staffelsee durch Studierende des Goering Instituts, München.

PDF von der Redaktion des Murnauer Tagblatts zur Verfügung gestellt.

Zeitungsartikel „Schönheitskur für den Altarraum“ im Murnauer Tagblatt über die Restaurierung des Hochaltars der Pfarrkirche St. Michael in Seehausen durch Studierende des Goering Instituts für Restaurierung

English Version:

Restoration of the High Altar of St. Michael’s Parish Church in Seehausen am Staffelsee

A special final week of my studies

Together with my colleagues from the graduating class of the Academy for the Conservation and Restoration of Furniture and Wooden Objects at the Goering Institute, I had the privilege of participating in a very special project: the first phase of the restoration of the high altar of St. Michael’s Parish Church in Seehausen am Staffelsee.

The current measures represent the first extensive restoration work carried out on the high altar since the last known restoration campaign in the 1960s.

The high altar was created around 1775–1780 and dominates the choir of the church with its faux marble architectural elements, gilded details, the sculptures of the Archangels Michael and Raphael, and the altarpiece depicting the Last Supper. For almost 250 years, it has accompanied numerous generations and today bears visible traces of its own history.

It is precisely these traces that make restoration so fascinating. Our aim was not to make the historical surfaces appear “new”, but rather to preserve the original material substance and maintain the legibility of its history. Every intervention was therefore carefully planned, examined, and documented.

Extensive preliminary investigations had already been carried out prior to the project. These included an assessment of the state of preservation, observations of the materials, and solvent tests to determine suitable cleaning methods without endangering the historical decorative scheme. The results formed the basis for all subsequent conservation decisions.

One of the most valuable aspects of this project was the opportunity to work directly at the original location. Unlike restoration work carried out in a workshop environment, the treatments were performed directly within the church interior – on a historic object that is not merely of museum value, but continues to be part of active religious life. This combination of practical conservation, heritage preservation, and a living environment made the work particularly meaningful.

During this first project campaign, we worked exclusively on the lower, scaffold-free accessible areas of the high altar. These areas revealed typical signs of ageing: surface soiling, detached areas of polychromy, minor and larger losses, aged retouchings, as well as construction-related damage to the wooden support.

The main focus of our work was the conservation of the historic material. Vulnerable areas of the polychromy and painted layers were consolidated with gelatine and reattached to the substrate. Shrinkage cracks and construction-related joints were stabilised using balsa wood inserts. These act as a buffer for the natural movement of the wood and provide a suitable foundation for subsequent filling and decorative treatments.

A differentiated cleaning process was then carried out on the various surfaces. Depending on the material, the historical decorative layers reacted very differently, requiring each area to be treated individually. Surface dirt and deposits were carefully removed, while sensitive gilded areas and unprotected surfaces were treated using specifically adapted conservation methods in order to preserve the original surface as far as possible.

Losses were subsequently rebuilt using traditional chalk grounds, carefully adjusted to the existing surface level, and then retouched. The aim was not a complete reconstruction, but rather a calm and coherent overall appearance in which original and restored areas remain distinguishable in the future. Larger losses in the gilded areas were supplemented with gold leaf, while smaller areas were visually integrated through restrained retouching.

One of the most fascinating aspects of the altar was its faux marble decoration. What appears from a distance to be solid natural stone is in fact a masterfully executed imitation marble painting applied onto wood. Such historical decorative schemes require a high level of craftsmanship, material knowledge, and respect for the original execution.

The training programme at the Goering Institute combines theoretical foundations with a strong practical component. This enables students to examine historical objects directly on site and carry out conservation measures under professional supervision. All treatment steps were conducted in close consultation with the responsible lecturers and the Bavarian State Office for Monument Protection (Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege). Before implementation, test areas were prepared and evaluated in order to carefully assess the materials, colours, and visual appearance of the proposed treatments.

Restoration therefore means far more than craftsmanship alone. Every decision is based on research, conservation ethics, and a respectful approach to the surviving historical substance. The ultimate goal of all measures is the long-term preservation of this significant cultural monument for future generations.

For me personally, this project represented a very special conclusion to my studies. After three intensive years of training at the Goering Institute, it was a great privilege to apply the knowledge and skills I had acquired together with my colleagues on such an important cultural monument.

Drone footage: © Michael Guglhör

Die ChaskART-Kurse 2027 sind online – ein neues Kapitel beginnt

Die ChaskART-Kurse 2027 sind online – ein neues Kapitel beginnt

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Es ist ein besonderer Moment für mich.

Nach fast neun Jahren Ausbildung, Weiterbildung und praktischer Erfahrung darf ich Ihnen die ersten Holzbearbeitungs- und Restaurierungskurse für das Kursjahr 2027 vorstellen.

Was lange ein persönlicher Traum war, wird nun Wirklichkeit: Mit der ChaskART Möbelmanufaktur & Restaurierung entsteht ein Ort für Möbelbau, Restaurierung und Holzhandwerk.

Den Auftakt macht im Januar 2027 die Projektwerkstatt. Weitere Holzbearbeitungskurse folgen im Laufe des Jahres.

Meine Reise begann mit der Ausbildung zur Schreinerin EFZ (Möbel/Innenausbau), die ich 2021 erfolgreich abschloss. Anschliessend vertiefte ich an der Chippendale International School of Furniture in Schottland meine Kenntnisse in Möbeldesign, Möbelherstellung und Restaurierung.
Es folgten eine Einführung in das japanische Schreiner- und Zimmererhandwerk in Frankreich sowie eine einjährige Weiterbildung als Möbelrestauratorin in der Werkstatt von Guillaume Bourgoin in Südfrankreich.

Einblick in die Werkstatt: Chaska Schuler trägt Schellackpolitur auf ein antikes Möbelstück auf.

Den Abschluss dieser intensiven Ausbildungszeit bildet mein Studium am Goering Institut in München, das ich im Sommer 2026 als staatlich geprüfte Restauratorin für Möbel und Holzobjekte erfolgreich abgeschlossen habe.

Auf diesem Weg durfte ich von vielen erfahrenen Handwerkerinnen und Handwerkern lernen, die ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Leidenschaft mit mir geteilt haben. Durch meine eigene praktische Arbeit konnte ich dieses Wissen, meine handwerklichen Fähigkeiten und mein Verständnis für Material und Konstruktion weiter vertiefen – Erfahrungen, die ich nun in meinen Kursen weitergeben möchte.

Mit der ChaskART Kurswerkstatt schaffe ich einen Ort, an dem Menschen die Freude am Arbeiten mit Holz entdecken, ihre handwerklichen Fähigkeiten weiterentwickeln und eigene Projekte verwirklichen können.
Im Mittelpunkt stehen dabei die Freude am Handwerk, ein bewusster Umfang mit dem Material Holz sowie Sorgfalt und Präzision bei jedem Arbeitsschritt.

Sie lernen traditionelle Handwerkstechniken kennen, fertigen hochwertige Werkstücke aus Massivholz und erhalten Einblicke in konstruktive Lösungen, die sich über Generationen bewährt haben.

 

Das Kursangebot umfasst zwei Formate:

Kurzzeitkurse vermitteln in ein bis fünf Tagen ausgewählte Techniken und führen Schritt für Schritt zu einem fertigen Werkstück.

In der Projektwerkstatt steht hingegen Ihr persönliches Vorhaben im Mittelpunkt. Ob Sie ein Möbelstück bauen, ein Familienerbstück restaurieren oder einem bestehenden Objekt durch Reparatur oder Neugestaltung neues Leben schenken möchten – gemeinsam planen und verwirklichen wir Ihr Projekt.

Ich freue mich sehr, Sie auf diesem neuen Weg begleiten zu dürfen und vielleicht schon bald in meiner Werkstatt begrüssen zu können.

Die ersten Kurse für 2027 sind ab sofort online. Das Kursangebot wird in den kommenden Monaten laufend erweitert.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Entdecken des Kursprogramms und freue mich darauf, Sie vielleicht schon bald in der Chaskart-Kurswerkstatt begrüssen zu dürfen.

 

English Version:

A special moment for me.

After almost nine years of education, further training and practical experience, I am delighted to introduce the first woodworking and furniture restoration courses for 2027.
What has long been a personal dream is now becoming a reality: With ChaskART Furniture Making & Restoration, a place dedicated to furniture making, furniture restoration and traditional woodworking is coming to life.

The first course at the ChaskART Workshop will be the Project Workshop, starting in January 2027. Further woodworking courses will be added throughout the year.

My journey began with my apprenticeship as a Cabinet Maker specialising in Furniture and Interior Finishing, which I successfully completed in 2021 with the Swiss Federal Certificate of Competence (EFZ).

My next step took me to the Chippendale International School of Furniture in Scotland, where I further developed my skills in furniture design, furniture making and restoration.

This was followed by an introduction to Japanese carpentry and traditional timber framing in France, as well as a one-year period of advanced training in furniture restoration at the workshop of Guillaume Bourgoin in southern France.

The culmination of this intensive educational journey was my studies at the Goering Institute in Munich, where I graduated in summer 2026 as a state-certified furniture and wooden object conservator-restorer.

Throughout this journey, I had the privilege of learning from many experienced craftspeople who shared their knowledge, expertise and passion with me. Through my own practical work, I was able to further develop this knowledge, refine my craftsmanship and deepen my understanding of materials and construction – experiences that I now wish to share through my courses.

With the ChaskART Workshop, I am creating a place where people can discover the joy of working with wood, refine their craftsmanship and bring their own projects to life.

At the heart of this approach are a passion for craftsmanship, a mindful relationship with the material wood, and care and precision in every step of the process.

You will learn traditional woodworking techniques, create high-quality pieces from solid wood and gain insight into construction methods that have proven their value over generations.

 

The course programme includes two formats:

Short courses
Over one to five days, these courses introduce selected techniques and guide you step by step towards completing your own handcrafted piece.

Project Workshop
The focus here is your individual project. Whether you would like to build a piece of furniture, restore a family heirloom or give an existing object a new life through repair or redesign – together we will plan and realise your project step by step.

I am very much looking forward to accompanying you on this new journey and hopefully welcoming you to my workshop soon.

The first courses for 2027 are now available online. The course programme will continue to grow over the coming months.

I wish you great pleasure exploring the programme and look forward to welcoming you to the ChaskART Workshop.

 

Vom Guss bis zur Fassung – Entstehung eines Christusreliefs

Vom Guss bis zur Fassung – Entstehung eines Christusreliefs

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Ein ruhiger Blick, feine Gesichtszüge und eine Oberfläche zwischen Stein, Elfenbein und Licht.

Im Entstehungsprozess eines Christusreliefs verbinden sich klassische Gussverfahren, handwerkliche Oberflächenbearbeitung und traditionelle Fassungstechniken zu einem mehrschichtigen Aufbau, bei dem Material und Farbwirkung eng miteinander verknüpft sind.

 

Der Reliefguss – Form und Material

Die Grundlage bildet ein Reliefguss aus Alabastergips. Dieses Material eignet sich besonders für feine Reliefarbeiten, da es selbst kleinste Details präzise wiedergibt, sich gut bearbeiten lässt und eine steinartige Oberfläche erzeugt. Je nach gewünschter Anwendung kommen in der Reliefkunst auch andere Giessmassen wie Keramikmassen, Jesmonite oder Kunstharz zum Einsatz.

Für die Herstellung wird eine Silikonform verwendet. Sie ist elastisch, langlebig und in der Lage, selbst feinste Strukturen wie Hautpartien, Haarlinien oder textile Falten detailgetreu abzubilden. Nach dem Ausgiessen und Aushärten entsteht ein formstabiles Relief, das die Grundlage für alle weiteren Arbeitsschritte bildet.

Oberfläche und Vorbereitung

Nach dem Entformen beginnt die handwerkliche Nachbearbeitung. Kanten werden geglättet, Übergänge verfeinert und die Oberfläche sorgfältig für die spätere Fassung vorbereitet.

Gips ist ein stark saugendes Material. Um diese Saugfähigkeit zu regulieren, wird traditionell eine dünne Leimschicht aufgetragen. Diese sogenannte Leimlösche reduziert die Saugfähigkeit des Gipses und schafft eine definierte Grundlage für den späteren Farbauftrag. Gleichzeitig bleibt die charakteristische Materialwirkung des Gipses erhalten.

 

Fassung – Farbe als Schichtsystem

Die farbliche Gestaltung einer Skulptur wird als Fassung bezeichnet. Erfolgt sie mehrfarbig, spricht man auch von Polychromie. Die Fassung ist kein einfacher Farbanstrich, sondern ein gezielter Aufbau aus Farbschichten, bei dem Form, Licht und Materialwirkung malerisch herausgearbeitet werden.

Der Farbauftrag erfolgt direkt auf die vorbereitete Oberfläche und dient der Modellierung von Tonwerten, Volumen und Lichtwirkung. Die Wirkung entsteht durch kontrollierte, meist dünn aufgetragene Farbschichten, die den plastischen Charakter des Reliefs unterstützen.

Farbmaterialien

Je nach gewünschter Wirkung kommen unterschiedliche Farbmedien zum Einsatz. Verwendet werden unter anderem Acrylfarben, Pigmente, Kreidefarben oder klassische Künstlerfarben.

Für die Fassung dieses Christusreliefs wurden mit Isopropanol verdünnte MUSSINI® Feinharz-Ölfarben von Schmincke verwendet. Durch ihren Harzanteil ermöglichen sie eine besonders differenzierte, kontrollierte Farbwirkung mit hoher Tiefe und Leuchtkraft. Die Farben lassen sich in feinen, lasurähnlichen Schichten auftragen und erlauben eine präzise Steuerung der Oberflächenwirkung.

Acrylfarben werden ebenfalls häufig verwendet, da sie schnell trocknen, gut schichtbar sind und eine hohe Kontrolle im Farbaufbau ermöglichen.

Materialwirkung und Ausdruck

Das Zusammenspiel von Material, Licht und Farbe prägt die Wirkung des Reliefs entscheidend. Jeder Arbeitsschritt – vom Guss über die Oberflächenvorbereitung bis zur finalen Fassung – trägt zur Gesamtwirkung bei.

Die Oberfläche entsteht nicht in einem einzigen Arbeitsgang, sondern entwickelt sich schrittweise durch mehrere aufeinander abgestimmte Prozesse.

Das Ergebnis ist eine lebendige Materialwirkung, bei der Licht, Schatten und plastische Form in Dialog treten.

Reliefgüsse finden zunehmend Anwendung in zeitgenössischer Kunst sowie in Interior- und Objektdesign. Ihre Verbindung von traditionellem Handwerk, mineralischen Materialien und sorgfältiger Oberflächengestaltung entspricht aktuellen Entwicklungen im materialorientierten Design.

From Casting to Surface Finishing – The Making of a Christ Relief

A calm gaze, delicate facial features, and a surface that seems to hover between stone, ivory, and light.

In the making of a Christ relief, classical casting techniques, hand-applied surface treatment, and traditional finishing methods come together in a layered process in which material and pictorial effect are closely interwoven.

 

The Relief Casting – Form and Material

The foundation is a relief cast in alabaster gypsum. This material is particularly suited for fine relief work, as it reproduces even the smallest details with high precision, is easy to work, and produces a stone-like surface quality. Depending on the intended application, other casting materials used in relief practice include ceramic casting compounds, Jesmonite, or resin.

For the production process, a silicone mould is used. It is flexible, durable, and capable of capturing even the finest details such as facial features, hairlines, or textile folds with high fidelity. After casting and curing, a dimensionally stable relief is obtained, forming the basis for all subsequent steps.

Surface and Preparation

After demoulding, manual surface refinement begins. Edges are cleaned, transitions are refined, and the surface is carefully prepared for the subsequent finishing process.

Gypsum is a highly absorbent material. To regulate this absorbency, a thin layer of glue size is traditionally applied. This size (German: Leimlösche) reduces the absorbency of the gypsum and creates a defined ground for the subsequent application of colour. At the same time, the characteristic material quality of the gypsum is preserved.

Finishing – Colour as a Layered System

The pictorial treatment of a sculpture is referred to as finishing or polychromy. It is not a simple application of paint, but a deliberate build-up of paint layers in which form, light, and material presence are developed pictorially.

The application of colour takes place directly on the prepared surface and serves to model tonal values, volume, and light effects. The visual result is created through controlled, mostly thin paint applications that enhance the sculptural character of the relief.

Colour Materials

Depending on the desired effect, different painting media may be used, including acrylic paints, pigments, chalk-based paints, or traditional artist’s paints.

For the finishing of this Christ relief, Schmincke MUSSINI® resin-oil colours were used, thinned with isopropanol. Due to their resin content, they allow for highly nuanced, controlled colour effects with exceptional depth and luminosity. The paints can be applied in thin, glaze-like layers, enabling precise control over surface modulation.

Acrylic paints are also commonly used, as they dry quickly, are easily layered, and allow for a high degree of control in the build-up of colour.

Material Effect and Expression

The interplay of material, light, and colour is decisive for the overall effect of the relief. Each stage – from casting to surface preparation and final finishing – contributes to the final appearance.

The surface does not emerge in a single step but develops gradually through several carefully coordinated processes. The result is a living material presence in which light, shadow, and sculptural form enter into dialogue.

Relief casts are increasingly used in contemporary art as well as in interior and object design. Their combination of traditional craftsmanship, mineral materials, and carefully considered surface treatment reflects current developments in material-oriented design.

Die menschliche Nuance

Die menschliche Nuance

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Warum mich Toshio Odates Gedanken zum Holzhandwerk tief berühren

Vor kurzem habe ich einen Text von Toshio Odate gelesen (vgl. Bild und pdf rechts; Quelle: @toshio_odate, 13.04.2026), der mich in einer seltenen Klarheit berührt hat.
Es war nicht einfach nur Zustimmung, sondern eher ein Wiedererkennen. Als hätte jemand Worte für etwas gefunden, das ich schon lange in mir trage, aber nie ganz so treffend aussprechen konnte. Toshio Odate beschreibt das Holzhandwerk nicht als rein technische Disziplin oder als blosse Summe von Fertigkeiten und Präzision, sondern hebt eine darüber hinausgehende, unsichtbare Dimension hervor, die einem Werkstück erst Leben verleiht. Gerade diese Gedanken bringen etwas auf den Punkt, das mich seit Langem im Handwerk begleitet:

 

Toshio Odate bearbeitet konzentriert ein Holzstück mit einem feinen Werkzeug neben einem Artikel über traditionelle Holzverarbeitung.

Holzbearbeitung ist nicht nur eine Frage sauberer, passgenauer Verbindungen, sondern auch eine Möglichkeit, Reichtum zu schaffen – so wie fruchtbarer Boden Nahrung bereichert.

Toshio Odate

Bildhauer, Kunsthandwerker, Autor und Pädagoge.

Ich habe eine vierjährige Schreinerlehre absolviert und als Schreinerin EFZ im Bereich Möbel und Innenausbau abgeschlossen. In meiner Ausbildung habe ich jedoch fast ausschliesslich mit Maschinen gearbeitet. Der Handhobel reduzierte sich in meiner Ausbildung im Wesentlichen auf das Fasen von Kanten. Handwerkzeuge wie Stechbeitel, japanische Zugsägen sowie Spezialhobel – etwa Grund-, Nut- oder Profilhobel – spielten praktisch keine Rolle. Vieles von dem, was für Jahrhunderte zum Kern des Schreinerhandwerks gehörte, ist heute im Alltag kaum noch präsent. Nicht, weil es wertlos wäre, sondern weil es in einer Ausbildung, die stark auf Effizienz, Wiederholung und maschinelle Abläufe ausgerichtet ist, kaum noch Platz findet.

Darin zeigt sich für mich ein grundlegendes Spannungsfeld. Denn die maschinelle und serielle Arbeit, wie sie heute in den meisten Schreinereien Realität ist, entspricht nur bedingt dem, was ich mit diesem Handwerk verbinde.
Gewiss: Maschinen haben ihren Platz. Sie können entlasten, beschleunigen, wiederholbare Genauigkeit ermöglichen. Doch dort, wo das Handwerk sich ganz dem Takt der Maschine, der Logik der Serie und einem ausschliesslich auf Effizienz und Gewinnmaximierung ausgerichteten Arbeiten unterordnet, geht etwas Entscheidendes verloren.
Es geht nicht nur um Maschinen und Werkzeuge – es geht um Haltung. Und diese Haltung zeigt sich in der Art des Arbeitens: im Umgang mit Handwerkzeugen, in Techniken wie Marketerie und Intarsien, im Vergolden, im Dampfbiegen, in durchdachten Verbindungen oder in sorgfältigen Oberflächenlösungen – von klassischen Ausführungen wie Schellackpolitur, Öl- oder Wachsauftrag bis hin zu heutigen Verfahren.

Erst so entfaltet sich die eigentliche Vielfalt des Handwerks – und mit ihr die Individualität eines Möbels. Zugleich ist es die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Werkstoff Holz selbst, die diese Art des Arbeitens trägt und dem Möbel Tiefe verleiht.

Der Begriff „Werkstoff“ greift dafür allerdings zu kurz, denn Holz ist für mich nicht bloss Material. Es ist gewachsene Zeit. Es trägt Spannung, Richtung, Charakter, Eigenwillen und Geschichte in sich – ein eigenes Leben.

Vielleicht berührt mich gerade deshalb auch Nakashimas „The Soul of a Tree“: die Vorstellung, dass der Baum im Möbel ein zweites Leben erhält. Nicht als abstrakter Rohstoff, sondern als verwandelte Gegenwart.
Auch Sam Maloof beschreibt diese Beziehung zwischen Handwerker und Material als etwas zutiefst Persönliches – getragen von Respekt, von Hingabe und von dem Bewusstsein, Teil von etwas Grösserem zu sein.

In diesem Verständnis liegt auch das, was Odate beschreibt: Die Qualität entsteht im Zusammenspiel von Mensch, Material und Arbeit und wird im Werkstück als Ausdruck von Erfahrung, Geduld, Entscheidungen, Sorgfalt und Haltung erfahrbar.

Zwei Verbindungen können beide präzise sein – und doch spricht die eine mehr als die andere. Ein Möbel kann funktional sein und dennoch innerlich leer. Ein anderes kann dieselbe Funktion erfüllen und dabei Wärme, Ruhe und Stimmigkeit ausstrahlen.
Diese Qualität ist etwas, das sich kaum benennen lässt. Man spürt es.
Odate nennt es die menschliche Nuance – und genau darin zeigt sich für mich, was Handwerk ausmacht.

Vielleicht war genau diese Sehnsucht auch der Grund, weshalb ich nach meiner Lehre nicht einfach in den gewohnten Bahnen weitergehen konnte.
Stattdessen habe ich mich auf eine fünfjährige Lernreise begeben, die im kommenden Juli nun zu einem vorläufigen Abschluss kommt – auch wenn ich zutiefst davon überzeugt bin, dass man in diesem Beruf nie ausgelernt hat.
Die Welt der Holzverarbeitung ist so gross, so reich und so vielschichtig, dass jeder Tag neue Fragen, neue Einsichten und neue Demut mit sich bringt. Je länger ich mich mit Holz befasse, desto mehr lerne ich, es nicht nur zu bearbeiten, sondern zu lesen.

Mich beeindruckt besonders das Wissen der alten Meister. Ihr Verständnis für das Holz war nicht nur technisch, sondern beinahe dialogisch. Sie wussten, wie sich ein Brett verhalten würde, wie ein Baum gewachsen war, wo Spannung sass und in welche Richtung es sich bewegen würde. Sie begegneten dem Holz aus ihrer Erfahrung heraus: in der Konstruktion, in der Auswahl des richtigen Brettes und in Verbindungen, die mit dem Material arbeiten. So entstanden Möbel, Fenster und Türen von einer Qualität, die Generationen überdauerten.

Wenn ich heute auf meinen Weg blicke, wird mir immer klarer, was den Unterschied ausmacht: Es ist die Art des Arbeitens – getragen von Aufmerksamkeit, im Respekt vor dem Material und frei von Hast – die das Ergebnis prägt und dem Werk jene menschliche Nuance verleiht, von der Odate spricht.

Ich entwerfe und baue Möbel aus Massivholz als Unikate – nicht für einen anonymen Markt, sondern für die Menschen und den Ort, an dem sie ihren Platz finden.
Vgl. dazu auch meine Facharbeit Bewährte Konstruktionsprinzipien und Materialien im Schrankbau: eine praxisbasierte Studie mit Prototyp.

In dieser Haltung entstehen in meiner Möbelmanufaktur und Restaurierungswerkstatt ab Januar 2027 neue Möbel – und bestehende Möbel werden bewahrt, restauriert und in ihrer Geschichte weitergeführt.

Chaska Schuler

English Version:

The Human Nuance

Why Toshio Odate’s reflections on woodworking resonate deeply with me

Recently, I read a text by Toshio Odate that touched me with a rare clarity (cf. image and PDF above; source: @toshio_odate, April 13, 2026).
It was not simply agreement, but rather a sense of recognition—as if someone had found words for something I have long carried within me, yet never quite managed to express so precisely.

Odate does not describe woodworking as a purely technical discipline or merely as a sum of skills and precision. Instead, he points to a dimension beyond that—an invisible quality that gives a piece its life. These thoughts articulate something that has accompanied me in my craft for a long time:

Woodworking is not only a matter of clean, tightly fit joinery,
but also a way to add richness, like rich soil adding nutrition to food.

Toshio Odate

Sculptor, woodworker, author and educator.

I completed a four-year apprenticeship as a cabinetmaker and graduated with a federal diploma (EFZ) in furniture making and interior construction. During my training, however, I worked almost exclusively with machines. The hand plane was largely reduced to chamfering edges. Hand tools such as chisels, Japanese pull saws, and specialized planes—like router planes, plow planes, or molding planes—played virtually no role. Much of what formed the core of woodworking for centuries is hardly present in everyday practice today—not because it has lost its value, but because there is little space for it in a training system shaped by efficiency, repetition, and machine-driven processes.

For me, this reveals a fundamental tension. The machine-based and serial work that defines most workshops today only partially corresponds to what I understand as craftsmanship.

Certainly, machines have their place. They can ease physical strain, increase speed, and enable repeatable precision. But where craftsmanship becomes entirely subordinated to the rhythm of machines, the logic of serial production, and a way of working focused solely on efficiency and profit maximization, something essential is lost.

It is not only about machines and tools—it is about attitude. And this attitude reveals itself in the way one works: in the use of hand tools, in techniques such as marquetry and inlay, in gilding, in steam bending, in thoughtful joinery, and in carefully executed surfaces—from traditional finishes such as shellac polishing, oiling, or waxing, to contemporary methods.

Only then does the true diversity of the craft unfold—and with it, the individuality of a piece of furniture. At the same time, it is the direct engagement with the material itself that sustains this way of working and gives depth to the object.

Yet the term “material” falls short. Wood, to me, is not merely a substance. It is time grown. It carries tension, direction, character, will, and history—its own kind of life.

Perhaps this is also why George Nakashima’s The Soul of a Tree resonates so deeply with me: the idea that a tree receives a second life within the furniture—not as an abstract raw material, but as a transformed presence.

Sam Maloof also describes this relationship between craftsperson and material as something deeply personal—shaped by respect, devotion, and an awareness of being part of something larger.

Within this understanding lies what Odate describes: quality emerges through the interplay of human, material, and work—and becomes tangible in the piece as an expression of experience, patience, decisions, care, and attitude.

Two joints may both be precise—and yet one speaks more than the other. A piece of furniture may be functional and still feel empty. Another may fulfill the same function while radiating warmth, calm, and coherence.

This quality is difficult to name. But it can be felt.

Odate calls it the human nuance—and for me, this is precisely what defines craftsmanship.

Perhaps it was this very longing that led me, after completing my apprenticeship, not to continue along the conventional path.

Instead, I embarked on a five-year journey of learning, which will come to a provisional conclusion this coming July—although I am deeply convinced that one never truly finishes learning in this profession.

The world of woodworking is so vast, so rich, and so layered that each day brings new questions, new insights, and a renewed sense of humility. The longer I work with wood, the more I learn not only to shape it, but to read it.

I am particularly inspired by the knowledge of the old masters. Their understanding of wood was not only technical, but almost dialogical. They knew how a board would behave, how a tree had grown, where tension lay, and in which direction it would move. They approached wood through experience: in construction, in the selection of the right board, and in joints that worked with the material rather than against it. In this way, furniture, windows, and doors were created with a quality that endured for generations.

When I look at my own path today, it becomes increasingly clear what makes the difference: it is the way of working—guided by attentiveness, respect for the material, and free from haste—that shapes the outcome and gives a piece that human nuance Odate speaks of.

I design and build furniture from solid wood as unique pieces—not for an anonymous market, but for the people and the places where they will find their home.

With this approach, from January 2027 onwards, new furniture will be created in my workshop, while existing pieces will be preserved, restored, and carried forward in their history.

Chaska Schuler

Farbige Schellack-Nuggets selbst herstellen – ideal zum Ausbessern von Holzfehlstellen und als Schildpatt-Ersatz

Farbige Schellack-Nuggets selbst herstellen – ideal zum Ausbessern von Holzfehlstellen und als Schildpatt-Ersatz

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In diesem Video zeige ich, wie ich Schellack-Nuggets selber herstelle, um Fehlstellen in Holz auszubessern.

Dazu schmelze ich Schellack zusammen mit natürlichen Farbpigmenten – in meinem Fall Schwarz – in einem Löffel über dem Bunsenbrenner, bis er vollständig flüssig ist.

Wichtig ist, das Pigment gut einzurühren, damit eine gleichmässige Farbe entsteht.

Den flüssigen, eingefärbten Schellack lasse ich anschliessend in Tropfen auf dem Hobeleisen abkühlen.
So entstehen feste Schellack-Nuggets, die ich später wieder erhitzen kann, um Fehlstellen, Risse oder Astlöcher in Brettern zu füllen.

Bei der Reparatur wird der Schellack erneut erhitzt, in die Fehlstelle eingeträufelt und nach dem Abkühlen plan geschabt und geschliffen. So lassen sich Holzoberflächen sauber ausbessern.

In der Restaurierung brauche ich farbigen Schellack bei kleinen Stellen als Ersatz für Schildpatt.

Siehe dazu das Video:

Colored Shellac Nuggets – ideal for Wood Repairs and as a Substitute for Tortoiseshell

Today I’m going to show you how I make shellac nuggets myself to repair defects in wood.

To do this, I melt shellac together with natural color pigments – in my case black – in a spoon over a Bunsen burner until it is completely liquid.
It’s important to stir the pigment well so that the color becomes uniform.

I then let the liquid, colored shellac cool in drops on a plane blade. This creates solid shellac nuggets that I can later reheat to fill defects, cracks, or knot holes in boards.

During the repair, the shellac is reheated, dripped into the damaged area, and after cooling it is scraped flush and sanded. This allows wood surfaces to be repaired cleanly.

In restoration work, I use colored shellac for small areas as a substitute for tortoiseshell.

See the video here:

Boulle Marquetry: Concave clamping caul, Brass Intarsia, and Coloured Shellac Fillings