Bäume und Menschen auf dem Olympiaberg in München

Der 21. März ist sowohl der Welttag des Holzes als auch der Internationale Tag des Waldes.

Diese Tage sollen das Bewusstsein für die Bedeutung von Holz als Rohstoff und die Notwendigkeit eines nachhaltigen Umgangs mit Wäldern schärfen.

Obwohl Holz als nachwachsender Ressource weit verbreitet ist, wächst es nicht unendlich schnell nach – viele Bäume benötigen Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte, um zu reifen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesem wertvollen Material ist daher unerlässlich.

Internationaler Tag des Waldes / Welttag des Holzes

Der Mensch beutet natürliche Ressourcen oft gedankenlos aus, was nicht nur Ländern des Globalen Südens, sondern der Umwelt im Allgemeinen und dem gesamten Planeten schadet. Begriffe wie „Ozonloch“, „saurer Regen“ oder „Waldsterben“ sowie Themen wie Klimawandel, Verlust der Biodiversität, Bodenerosion und die zunehmende Verschmutzung und Knappheit von Wasserressourcen sind mahnende Erinnerungen an die negativen Folgen dieser Ausbeutung.

 

Bedeutung von Holz

Je nach Perspektive hat Holz unterschiedliche Bedeutungen:

Holz, dessen Wortursprung im Germanischen (*holta) und Indogermanischen (*kl̩tˀo) liegt – sinngemäss als ‚das Abgeschlagene‘ oder ‚das Gespaltene‘ –, bezeichnet allgemein das feste Gewebe der Sprossachsen von Bäumen und Sträuchern, also deren Stamm, Äste und Zweige.

In der Botanik wird Holz als das sekundäre Xylem der Samenpflanzen definiert, das vom Kambium gebildet wird.

Baumstumpf mit Jahresringen
Mikroskopische Holzuntersuchung

Wir Schreinerinnen und Schreiner betrachten Holz als ein äusserst vielseitiges Material, das sowohl in kunsthandwerklichen als auch in technischen Bereichen zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten bietet.
Aufgrund seiner natürlichen Maserung, Festigkeit und Bearbeitbarkeit eignet es sich sowohl für den Bau von Möbeln und Innenausstattungen als auch für kunstvolle Schnitzereien, Restaurierungsarbeiten und individuelle Designobjekte.

Brieföffner aus Nussbaum, Ahorn oder Kirsche
Kopfteil des Kahnbettes
Kleiderschrank aus Olivenesche

Forstwissenschaftler wie Heinrich Spiecker sehen den Wald als komplexes Ökosystem, das vielfältige gesellschaftliche, ökologische und wirtschaftliche Funktionen erfüllt.
Diese reichen von der nachhaltigen Holzproduktion über Klimaregulierung und Biodiversitätserhaltung bis hin zur Erholung, wobei eine nachhaltige Bewirtschaftung unter Berücksichtigung des Klimawandels, der Nährstoffkreisläufe sowie der Resilienz des Ökosystems entscheidend ist
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CITES – Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora

Am 3. März 1973 wurde das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) ins Leben gerufen.

Logo CITES - Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora

Dieses internationale Übereinkommen verbietet oder schränkt den internationalen Handel mit den in seinen Anhängen gelisteten Tieren und Pflanzen ein. So schützt es z.B. Elefanten (Elfenbein), Schildkröten (Schildpatt) sowie bestimmte Holzarten wie Palisander, Ebenholz, Rosenhölzer und Fernambuk.

Die Schweiz gehörte, zusammen mit den USA, Nigeria, Tunesien und Schweden, zu den ersten fünf Ländern, die das Abkommen ratifizierten. Heute gehören 185 Staaten dieser Konvention an.

Tage für Umwelt und soziale Gerechtigkeit

Mit dem Frühlingsanfang beginnt also eine kurze Reihe von „Tagen für Umwelt und soziale Gerechtigkeit“, die uns besonders auf unsere Verantwortung gegenüber der Natur und der Gesellschaft aufmerksam machen:

Der 21. März ist nicht nur der „Welttag des Holzes“ und der „Internationale Tag des Waldes“ sondern auch der „Internationale Tag gegen Rassismus“, der uns an die Bedeutung von Gleichberechtigung, Respekt und Toleranz erinnert.

Er fordert uns dazu auf, Vorurteile abzubauen und eine Gesellschaft zu fördern, in der alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Kultur und Religion, die gleichen Chancen und Rechte haben und Vielfalt als Stärke betrachtet wird.

Schliesslich folgt am 22. März der „Weltwassertag“, der uns sowohl die Bedeutung von Wasser als lebenswichtige Ressource für alle Lebewesen vor Augen führt, als auch die Notwendigkeit betont, in einer Welt des respektvollen Umgangs miteinander und mit der Umwelt zu leben.

 

«Das Gesicht des Holzes wird durch das Leben in den Bäumen gemalt. Es ist frei von jeder Manipulation, vom Drängen und Wollen.
Es ist ein Bericht ihres Lebens. Ein Bild von Glück und Gedeihen, aber auch vom Kampf, Leid und Krankheit. Es ist das Bild vom Geheimnis, all das zu überstehen, daran zu wachsen und seine eigene Gestalt daraus zu formen.

Auf diese Weise stimmt es die einzigartige Melodie an, die uns zu uns selbst führt. Ein grösseres Geschenk kann ein Material uns Menschen gar nicht machen. Es schwingt so tief in uns hinein, das Holz der Bäume.

Das natürliche Gesicht des Holzes singt das Lied vom Urvertrauen ins Leben, vom Kommen, vom Gehen und von der Wiederkehr.

Was für ein Glück, von Bäumen, ihren Hölzern und ihrem Gesicht begleitet zu werden.»

Erwin Thoma

Holzwunder – Die Rückkehr der Bäume in unser Leben, 9f.

Siehe auch:

Beitrag

Internationaler Tag des Waldes / Welttag des Holzes 2024

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